Andachten

Andacht

Andacht 09.06.2020

09. Juni 2020 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 09.06.2020

Bildnachweis: zettberlin / photocase.de

[Jesus spricht:] Ich hätte euch noch so vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Doch wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in alle Wahrheit leiten.

„Du musst dein Leben ändern! Siehst du nicht, wie überempfindlich du bist? Immer wieder flüchtest du dich in die Opferrolle. Die Welt ist dir nichts schuldig! Fang also endlich an, Verantwortung zu übernehmen!“
Heute bereue ich diese Worte. Es tut mir sehr leid, dass ich damals so unbarmherzig reagierte, ohne einen Blick dafür zu haben, was mein Gesprächspartner gerade brauchte und wozu er imstande war. So führte meine unsachliche Kritik, die ich in diesem Moment nicht für mich behalten konnte, nur dazu, dass sich mein Gegenüber noch niedergeschlagener fühlte.
Am Abend vor seiner Hinrichtung hat Jesus viel mitzuteilen. Plötzlich aber hält er inne; seine Anliegen würden die Jünger überfordern und das möchte er vermeiden. Wie bemerkenswert! Obwohl der Mensch gewordene Gott noch einiges auf dem Herzen hat, nimmt er sich zurück und wartet. Er weiß: Es werden weitere Gelegenheiten kommen, und der Heilige Geist wird sie nutzen. Was auch immer seine Freunde noch erfahren müssen – der Geist Gottes wird sie zur richtigen Zeit darauf hinweisen.
Jesu Vorbild stimmt mich nachdenklich. Seine Entscheidung macht deutlich: Die Angst vor verpassten Chancen ist ein schlechter Ratgeber, und selbst noble Absichten können Ungeduld kaum rechtfertigen. Eine Ermahnung zum falschen Zeitpunkt oder eine unerbetene Klarstellung können Schaden anrichten; dem eigenen Mitteilungsbedürfnis einfach nachzugeben wird Herzen vielleicht für lange Zeit verschließen, statt sie zu öffnen.
Daher möchte ich lernen, zuzuhören, zu schweigen und zu warten – besonders dann, wenn es um religiöse Aspekte geht. Ich will meine Hoffnung auf Gott setzen und mir vor Augen halten, dass der Heilige Geist führt und verändert – die anderen und mich selbst. Sobald Menschen dieser Erfahrung gewachsen sind, wird er ihren Horizont weiten und Irrtümer ausräumen. Und als Christ bin ich davon überzeugt: Jesu Versprechen hat sich erfüllt; Gottes Geist ist längst gegenwärtig.

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