Andachten

Andacht

Andacht 10.06.2020

10. Juni 2020 | Joachim Hildebrandt

Andacht 10.06.2020

Bildnachweis: lama-photography / photocase.de

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein werde!

Eine Enttäuschung, die ich als Teenager erlebte, ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Es war Krieg und schon lange gab es keine Süßigkeiten mehr. Doch eines Tages entdeckte ich beim Spaziergang mit meinen Eltern schon von Weitem in einem Kiosk Kekspackungen, Bahlsen-Kekse. Mein Vater war ohne Zögern bereit, mir einige Groschen in die Hand zu drücken. Und so lief ich freudig auf den alten Mann im Kiosk zu und bat um eine Packung Kekse. Der schaute mich ein wenig mitleidig an und erklärte: „Junge, das ist leider eine Attrappe.“
In dem obigen Wort Jesu geht es um die äußere und innere Frömmigkeit der Pharisäer. Sie hatten zwar die Reinigungsvorschriften des Alten Testaments bis ins Kleinste erweitert und peinlich genau beachtet, ihre innere Einstellung und Haltung entsprach jedoch nicht den christlichen Werten der Bibel. Jesus nannte sie „blind“, weil sie diese Heuchelei nicht erkannten, und forderte sie auf, zuerst ihr Inneres zu reinigen, dann würde auch das Äußere rein.
Ähnelt unsere Frömmigkeit zuweilen der der Pharisäer? Wir haben eine Unmenge von Regeln und Satzungen, die unser Äußeres betreffen: was man am Sabbat tun darf und was nicht, welche Ernährung die richtige ist, welche Getränke man nicht trinken sollte und noch unendlich viel mehr, ein Riesenkatalog.
Doch Gott geht in seinem Rufen und Werben um uns nicht von außen nach innen, sondern umgekehrt. David bittet um ein „reines Herz“ und „einen neuen Geist“ (Ps 51,12). Es ging ihm um innere Erneuerung. Auch Petrus erlebte dies bei den Zuhörern seiner Predigt am Pfingsttag: „Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz.“ Und sie fragten die Apostel: „Was sollen wir tun?“ „Tut Buße.“ (Apg 2,37–38) Das bedeutet: Ändert euren Sinn! In der Bibel ist das Herz des Menschen der Landeplatz des Evangeliums. Wenn dort Glaube entsteht und wächst, dann wird unsere Frömmigkeit lebendig und vom Heiligen Geist erfüllt sein – und keine hohle Attrappe.

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