Andachten

Andacht

Andacht 06.07.2020

06. Juli 2020 | Siegfried Wittwer

Andacht 06.07.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

In Jerusalem herrschte dicke Luft. Die Leute waren echt sauer. Nicht, dass sie mit ihren Politikern im Clinch lagen oder sich über die Priester ärgerten. Nein, Stein ihres Anstoßes war Gott! Wenn sie seinen Willen missachteten, wurden sie durch Bußprediger gemaßregelt. Das konnten sie noch akzeptieren. Aber nun waren sie sich keiner Schuld bewusst. Trotzdem ging es ihnen schlecht.
Sie waren Gott gehorsam. Sie hielten feierliche Gottesdienste. Sie opferten und fasteten, doch Gott blieb stumm und erhörte keines ihrer Gebete. Was sie auch taten, sie konnten es Gott nicht recht machen. Deshalb haderten die Einwohner von Jerusalem mit Jahwe. Es kam ihnen jedoch nicht in den Sinn, dass ihre Religion nur eine fromme Show darstellte, die Gott nicht beeindrucken konnte (Jes 58,2–10).
Bei all ihrer Religiosität vergaßen die Leute ihre Mitmenschen. „Wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein“, warf ihnen der Prophet Jesaja vor (V. 4). Religiöse Leistung auf der einen Seite, aber ein schäbiges Verhalten gegenüber den Mitmenschen auf der anderen. Für diesen Widerspruch waren sie blind auf beiden Augen. Die Schwachen wurden unterdrückt, die Arbeiter ausgebeutet, und mit den Notleidenden hatte man kein Mitleid. Doch Gott lässt sich nicht durch feierliche Gottesdienste bestechen. Zu ihm kommt man nicht, wenn man seinen Mitmenschen links liegen lässt.
Es scheint, als habe die Christenheit das verstanden: Lebensberatung, Telefonseelsorge, Alkoholiker- und Behindertenbetreuung, Kranken- und Obdachlosenfürsorge, Frauen- und Männerkreise, Kindergärten, Jugendveranstaltungen – es wird viel getan für den Menschen. Er steht heute im Mittelpunkt kirchlicher Arbeit. Da können wir uns ja beruhigt zurücklehnen, denn durch unsere Spenden und Gaben haben wir dies alles erst möglich gemacht, oder? Doch Jesajas Aufruf geht weit über eine Geld- oder Sachspende hinaus. Wir können uns damit nicht von einer praktischen und persönlichen Nächstenliebe freikaufen. Wir brauchen jeden Tag von Neuem offene Augen und Ohren sowie ein Herz für die Nöte unserer Mitmenschen.

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