Andachten

Andacht

Andacht 18.07.2020

18. Juli 2020 | Martin G. Klingbeil

Andacht 18.07.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Wenn im Stadion alle schon fast „Tooooooor!“ schreien wollen, aber plötzlich nur noch ein langes, enttäuschtes „Oooooooh!“ zu hören ist, dann war es höchstwahrscheinlich ein Pfostenschuss. Aber knapp daneben ist leider auch vorbei. Oft trennen nur Zentimeter den Erfolg von der Niederlage und die bittere Erkenntnis bleibt, dass selbst der schönste Schuss ganz knapp auf die Latte genauso wenig an der Tordifferenz ändert wie einer, der viel zu weit übers Tor ging.
In den modernen Übersetzungen der Bibel gehen uns manchmal Wortspiele verloren, die sich im Originaltext finden. Ein gutes Beispiel ist Jesaja 5,7 – ein trauriges Fazit am Ende eines mit Weinberg-Poesie ausgeschmückten göttlichen Liebeslieds an sein Volk. Gott hat alles für Israel getan, damit es wächst und sich positiv entwickelt. Aber statt „Rechtsspruch“ gibt es nur „Rechtsbruch“ und statt „Gerechtigkeit“ nur „Geschrei“. Die neue Lutherbibel 2017 versucht hier das Wortspiel des Originaltextes nachzuempfinden. Im Hebräischen unterscheiden sich die einzelnen Wörter der beiden Begriffspaare nur geringfügig und klingen fast identisch (mischpat/mispach und zedaqah/ ze’aqah). Hinsichtlich ihrer Bedeutung liegen allerdings Welten zwischen ihnen: Statt der von Gott erhofften „Rechtsprechung“ kommt es zu „Blutvergießen“ und „Rechtsbruch“; anstelle von „Gerechtigkeit“ hört man die „Schreie“ der zu Unrecht Verurteilten.
Das Weinberglied Jesajas muss ein Schock für die damaligen Zuhörer gewesen sein. Nach dem anfänglichen „Wohlfühltext“ verwandelt es sich in ein Klagelied, das dem Volk die traurige Realität vor Augen hält. Das tut weh und auch ich muss manchmal erkennen, wie weit meine Realität von Gottes Wunsch für mein Leben entfernt ist.
Jesaja wollte sein Volk mit diesen Worten zur Umkehr bewegen, zu der Einsicht, dass eben auch damals knapp daneben vorbei war. Wie ein guter Trainer, der alles für sein Team tut, damit es Tore schießt und nicht nur die Pfosten trifft, so tut Gott alles, damit unser Leben seine Liebe widerspiegelt.

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