Andachten

Andacht

Andacht 20.07.2020

20. Juli 2020 | Joachim Hildebrandt

Andacht 20.07.2020

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Ich bitte aber nicht allein für sie [die elf Jünger], sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Erfüllen wir diese Bitte Jesu in unseren Gemeinden? Was bedeutet es, „dass sie alle eins seien“ wie Vater und Sohn? Paulus erklärte es uns: „Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“ (Kol 3,14) In der Bergpredigt betonte Jesus genau diese beiden Begriffe: Liebe und Vollkommenheit: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Mt 5,48) Die Forderung, vollkommen zu sein, bezieht der Textzusammenhang eindeutig auf die Liebe (Mt 5,44). Demnach ist Liebe das Band der Vollkommenheit. Sie ist das Einssein mit Gott und untereinander.
Mir begegnen immer wieder Mitchristen, die behaupten, dass Einssein vor allem darin bestehe, dass jeder jeden Bibeltext exakt genau so versteht wie sein Bruder und seine Schwester. Doch das ist unmöglich. Und wenn in den Gemeinden dennoch darum gestritten wird, dann bleibt häufig die Liebe auf der Strecke. Man wendet sich von anderen ab, manchmal auch von der Gemeinde.
Die Bibel vergleicht die Gemeinde an vielen Stellen mit einer Ehe. Sie ist die Braut, Christus ihr Bräutigam. Bereits im Schöpfungsbericht lesen wir über die Ehe: Ein Mann verlässt seinen Vater und seine Mutter und bindet sich an seine Frau und die beiden werden „zu einer Einheit“ (1 Mo 2,24 NLB). Das bindende Band ist auch in der Ehe die Liebe. Mein Trauprediger fragte mich bei unserer Eheschließung: „Willst du deine Frau lieben, achten und ehren … bis der Tod euch scheidet?“ In diesem Ehegelöbnis gab es keine Forderung, in allen Lebens- und Glaubensfragen immer einer Meinung zu sein.
In meinen ersten Predigerjahren in Berlin wurde uns bei Mitarbeitertagungen immer wieder der Leitspruch von Rupertus Meldenius mit auf den Weg gegeben: „Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem die Liebe.“ Jesu Bitte um das Einssein aller Gläubigen erfüllen wir in der Liebe: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16)

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