Andachten

Andacht

Andacht 06.08.2020

06. August 2020 | Holger Hentschke

Andacht 06.08.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Ein Stück entfernt von meiner Wohnung wohnt von Februar/März bis September ein Storchenpaar. Es baut sein Nest auf einem hohen Pfahl ganz in der Nähe der Menschen und des Straßenverkehrs und bekommt jedes Jahr Nachwuchs. Sie sitzt dann im Nest und er stakt mit seinen langen, dünnen Beinchen über die umliegenden Wiesen und sucht nach Essbarem. Auf dem Speiseplan stehen bevorzugt Frösche, aber auch kleine Insekten, Käfer und Regenwürmer. Immer wenn ich Herrn Storch oder Adebar, wie er in der Fabelwelt heißt, sehe, ist er auf den Wiesen unterwegs und sucht etwas zu futtern. Umso intensiver, wenn der Nachwuchs da ist.
Ich möchte nicht mit ihm tauschen. Jeden Tag dasselbe Programm, im selben Federkleid. Was für ein langweiliges Leben. Ich fahre mit dem Auto, Fahrrad oder Motorrad durch die Gegend – er sucht Futter. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit, zu Freunden, in die Gemeinde oder zum Sport – er sucht Futter. Es regnet, es stürmt, die Sonne brennt – er ist unterwegs und versucht, die Familie zu ernähren. Ich brauche Abwechslung in meinem Leben. Nicht immer den gleichen Tagesablauf, immer diese Futtersuche. Wie muss sich der Storch freuen, wenn der Bauer mit dem Traktor die Wiese mäht und das Futter wie auf dem Präsentierteller vor ihm auf dem Boden liegt. Der Lärm der Landmaschine schreckt ihn dabei überhaupt nicht ab, obwohl er doch sonst eher scheu ist.
Ich beginne zu überlegen: Macht sich der Storch morgens Sorgen darüber, ob er im Lauf des Tages etwas finden wird? Nein. Macht er sich im März Sorgen über den Juli? Nein, er lebt einfach in den Tag hinein und genießt die göttliche Versorgung. Jetzt bin ich doch ein wenig neidisch auf ihn, denn ich muss so viel planen und berücksichtigen, organisieren und strukturieren – vom Wocheneinkauf bis zum Gemeindefest.
Was sagt der Bibeltext also ganz praktisch für mich? – Holger, mach dir nicht zu viele Sorgen und Gedanken, sondern genieße das Leben und die Zeit, die ich dir geschenkt habe. Genieße den heutigen Tag.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden