Andachten

Andacht

Andacht 15.08.2020

15. August 2020 | Rafael Schäffer

Andacht 15.08.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, komm, Herr Jesus!

In den Alpen gibt es Gebiete, in denen Bäche im Untergrund versickern und im Tal an Quellen wieder zum Vorschein kommen. Unterirdische Fließwege und Fließzeiten zu kennen ist aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel für die Wasserversorgung, wichtig. Zur Erforschung solcher Systeme werden sogenannte hydrologische Markierungsversuche eingesetzt. Dabei wird das Bachwasser mit einem umweltverträglichen Farbstoff eingefärbt, und dann wird in umliegenden Quellen und Bächen kontrolliert, ob und wann der Farbstoff zum Vorschein kommt. Ein solcher Versuch erfordert penible Vorbereitungen.
Vor einiger Zeit leitete ich einen solchen Markierungsversuch, an dem Dutzende Studierende und Kollegen teilnahmen. Wir standen verstreut auf dem Berg und im Tal und überwachten die diversen Messstellen. Meine Berechnungen und Prognosen sahen vor, dass der Farbstoff nach einigen Stunden bis wenigen Tagen an bestimmten Quellen ankommen sollte. Die anfängliche Motivation und Euphorie wichen zunehmend der Ungeduld, als die ersten Tage ohne Befund verstrichen. In den folgenden Tagen wachte ich jedes Mal mit einer gewissen Sehnsucht und Hoffnung auf, heute den Farbstoff endlich im Wasser zu finden; leider vergebens. Nach sechs Tagen beendeten wir den Versuch resigniert. Der Farbstoff war nicht angekommen, irgendetwas war schiefgegangen.
Auch wenn sich diese Erfahrung nicht eins zu eins übertragen lässt, gibt es doch einige Parallelen zwischen dem Warten auf den Farbstoff und dem Warten auf Jesus Christus. Christen erwarten seit fast 2000 Jahren, Adventisten seit über 150 Jahren und ich persönlich seit etwa 15 Jahren mit Liebe, Leidenschaft und Hingabe die Wiederkunft des Herrn. Doch das Warten wird zum Abwarten, macht mich mürbe, es stumpft ab, lässt mich enttäuscht zurück. Ich gewöhne mich an die Erfahrung, dass dieses freudige Ereignis noch ausbleibt, oder es kommen Gedanken auf, dass Gott uns hinhält. Etwas traurig ertappe ich mich dabei, dass ich meinen Alltag plane und lebe, ohne mit einer baldigen Wiederkunft Jesu zu rechnen.
Doch wie können wir die (positive) Anspannung und Begeisterung aufrechterhalten oder neu entfachen? Ist das überhaupt möglich oder nötig? Welche Relevanz kann die Hoffnung auf Jesu Wiederkunft für meinen Alltag haben? (Fortsetzung morgen)

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden