Andachten

Andacht

Andacht 19.08.2020

19. August 2020 | Cathlin Hummel

Andacht 19.08.2020

Bildnachweis: mathias the dread / photocase.de

Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Letztens fuhr ich mit dem Fahrrad durch die Innenstadt. Während ich gedankenverloren vor mich hin radelte, bemerkte ich das Auto, das mich überholte, zu spät. Plötzlich fühlte sich mein Ohr nass und kalt an. Als ich zur Seite zu dem mich überholenden Auto schaute, sah ich direkt auf eine Wasserspritzpistole, mit der die Beifahrerin auf mich zielte. Ich war total überrumpelt und irritiert und schon war das Auto mit den lachenden Insassen wieder weg.
Den kompletten Weg nach Hause und den gesamten restlichen Abend verbrachte ich nun damit, darüber nachzudenken, wie ich diese Leute anzeigen könnte. Ich formulierte, womit ich meine Anzeige begründen würde (Gefährdung des Straßenverkehrs) und ärgerte mich darüber, mir das Kennzeichen nicht gemerkt zu haben.
Doch dann kam mir die Frage in den Sinn, wie Jesus jetzt wohl reagiert hätte. Eigentlich will ich mehr so werden wie er und seine Handlungen nachahmen. Ich will ihm nachfolgen. Und doch stelle ich immer wieder fest, dass ich es nicht schaffe. Dass ich nicht freundlicher, sanftmütiger und gnädiger werde, sondern dass ich mich über meine Mitmenschen aufrege und Leute mit Wasserspritzpistolen anzeigen will. Ich mag es nicht, zurückzustecken oder mich angreifen zu lassen. Ich verleugne mich auch nicht gern selbst, denn ich will, dass man mich respektiert und ernst nimmt.
Und doch fordert Jesus immer wieder, wie in Markus 8,34, dass wir uns selbst verleugnen und unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Ziemlich radikal. Jesus fordert mich heraus und bittet mich, an meine Grenzen zu gehen, während ich ihm nachfolge und dadurch ähnlicher werde. In 1. Johannes 3,2 heißt es, dass wir Gott ähnlich sein werden und dass diese Ähnlichkeit dadurch entsteht, dass wir Gott anschauen. Das, was wir betrachten, verändert uns. Je mehr wir auf Jesus sehen – durch Geschichten, in Gedanken, zusammen mit anderen –, desto mehr kann er uns verändern. Gott will unseren Charakter so formen, dass Jesus immer mehr in unserem Leben Gestalt gewinnt. Auch dann, wenn uns Menschen mit Wasserspritzpistolen ärgern.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden