Andachten

Andacht

Andacht 24.08.2020

24. August 2020 | Sylvia Renz

Andacht 24.08.2020

Bildnachweis: ig3l / photocase.de

Wie kann sich ein Mensch über sein Leben beklagen? Sollte er nicht seine eigene Sünde beklagen? Lasst uns unser Verhalten überprüfen und wieder zum Herrn umkehren.

Wie lange liege ich hier schon auf meiner Schlafmatte – kann mich nicht drehen, nicht an der Nase kratzen. Andere müssen mich füttern und windeln wie ein Baby. Meine Arme sind dünn wie Holzstöcke, die Finger krümmen sich zu Haken. Die Beine? Tragen mich schon lange nicht mehr. Der Arzt zuckt mit den Schultern: „Unheilbar!“ Der Seelsorger sagt: „Das ist die Quittung für dein Lotterleben.“
Neulich erzählte jemand von einem Wunderrabbi, der keinen Kranken abweist. Sogar einen Leprakranken berührte er – und heilte ihn! Doch würde dieser Jesus mir helfen, da ich doch von Gott gestraft bin? Trotzdem klammere ich mich an Gott. Seine Güte lässt mich immer noch am Leben, er ist barmherzig. Ich hoffe auf sein Mitgefühl. Diesen Jesus würde ich zu gern treffen. Aber wie, wo und wann?
Was ist das für ein Lärm vor meiner Hütte? Ich erkenne die Stimme meiner Freunde. Sie stürmen herein. „Jesus ist wieder in der Stadt. Willst du ihn sehen?“ „Ja, aber ich bin ganz verschwitzt, noch nicht gewaschen und mit diesen alten Fetzen …“, flüstere ich. „Das ist unwichtig! Wir dürfen keine Zeit verlieren. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Kommt, Männer, packt an!“ Mir wird schwarz vor Augen, als sie mich mitsamt der Matte hochhieven und aus der Hütte schleppen. „Macht Platz!“ „Wir müssen durch!“ „Wir wollen zu Jesus!“, rufen sie. Der Vierte legt mir tröstend eine kühle Hand auf die Stirn. Doch auf der Straße schieben und drängen die Menschen, Blicke gehen auf mich nieder, gleichgültig, mitleidig, verächtlich.
Endlich sind wir vor dem Haus des Simon angekommen. Dort stehen die Leute dicht an dicht, hier kommen wir nicht weiter. Ich stöhne: „Wir können doch jetzt nicht aufgeben, so kurz vor dem Ziel.“ „Aufs Dach!“, kommandiert mein bester Freund. Ich zittere und presse die Augen zu, als sie mich unter Keuchen und Ächzen die steile Treppe hinaufwuchten. Behutsam legen sie mich auf das flache Dach. Dann höre ich sie hämmern, scharren und kratzen. Ich begreife: Sie brechen ein Loch ins Dach. Gleich, gleich werde ich ihn sehen, Jesus, der uns von Gott geschickt ist. Wird er mir helfen? Wird er mich retten? Ist er die Antwort auf mein Gebet? Oder wird er mich zurückweisen?
(Fortsetzung morgen)

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