Andachten

Andacht

Andacht 26.08.2020

26. August 2020 | Gerhard Zahalka

Andacht 26.08.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen.

Im Sommer 2016, beim olympischen Straßenradrennen der Frauen in Rio de Janeiro, fuhren die Niederländerin van Vleuten und die US-Amerikanerin Abbott auf „Goldkurs“. Kurz vor dem Ziel war noch ein Berg zu bewältigen. Beim Anstieg hatten sich die beiden vom Feld abgesetzt und einen enormen Vorsprung herausgefahren, aber auf der steilen Abfahrt stürzte die Niederländerin schwer. Die Amerikanerin versuchte nun allein ihren Vorsprung ins Ziel zu retten, während ein Verfolgertrio ihr immer näher kam. 140,5 Kilometer war Mara Abbott an diesem Tag bis wenige Meter vor dem Ziel die Beste, aber ihr Verhängnis war: Sie fuhr allein. In einem dramatischen Herzschlagfinale fiel sie noch auf den allerletzten Metern aus den Medaillenrängen. Mit vier Sekunden Rückstand wurde sie nur Vierte.
Bei Sportberichten denke ich eigentlich nicht an Bibeltexte, aber hier kam mir sofort unser Andachtstext in den Sinn, zusammen mit dem Satz, der im nächsten Vers steht: „Weh dem, der allein ist.“ (Pred 4,10)
Zu zweit und ohne den Sturz hätten die beiden Führenden ihren Vorsprung höchstwahrscheinlich verteidigt und den Olympiasieg unter sich ausgemacht; aber ohne die Möglichkeit, einander abwechselnd Kräfte sparendes Fahren im Windschatten zu bieten, unterlag Mara Abbott dem Trio auf der Zielgeraden.
Wer mit Jesus auf seiner Lebensreise unterwegs ist, bleibt nie allein. Allerdings spricht der Prediger hier nicht von der Partnerschaft mit Gott. Eher passt das göttliche Wort aus dem Schöpfungsbericht: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (1 Mo 2,18), obwohl der Prediger auch nicht in erster Linie die Ehe meint, sondern grundsätzlich feststellt: Zwei können mehr erreichen als nur einer. Das gilt für alle Bereiche des Lebens, ist aber besonders wichtig auf dem gemeinsamen Weg in der Nachfolge Jesu. Nirgendwo wäre es tragischer, auf der Strecke zu bleiben, als hier. Nichts wäre bitterer, als auf unserem Glaubensweg kurz vor dem Ziel zu scheitern.
Jesus ist hier der beste Begleiter, aber der zweitbeste für deinen Nächsten bist du. Um auf „Goldkurs“ erfolgreich zu bleiben, brauchen wir einander, erst recht auf den letzten Metern vor dem Ziel.

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