Andachten

Andacht

Andacht 27.08.2020

27. August 2020 | Jessica Schultka

Andacht 27.08.2020

Bildnachweis: designritter / photocase.de

Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

Verschwitzt kommen wir in dem kleinen Örtchen auf Mallorca an. Mit großem Rucksack, Wanderschuhen und Trekkingklamotten gewinnen wir sicherlich keinen Preis für elegantes Auftreten. Doch in der Wildnis ist es egal, wie man aussieht und dass das T-Shirt schon ein wenig müffelt. In der Zivilisation fallen wir neben den ganzen Touristen aber auf und fühlen uns ein wenig unwohl. Ich muss kurz in einen Laden, leichte Schuhe kaufen. Hoffentlich empfinden die anderen unsere Anwesenheit nicht als störend. Die Ladenbesitzerin begrüßt uns und bietet mir einige Schuhe zum Anprobieren an. Sie behandelt mich wie alle anderen auch und ignoriert meine klotzigen Wanderstiefel, die ich jetzt ausziehe. Sie stört sich nicht an den sperrigen Rucksäcken, die wir in die Ecke stellen. Nach 20 Minuten habe ich meine Schuhe gefunden. Wir werden noch nett verabschiedet.
In diesem Moment fühlte ich mich, wie die Jünger sich gefühlt haben müssen, als Jesus ihre dreckigen Füße wusch. Man weiß: Eigentlich müsste der andere sich ein bisschen ekeln. Aber er verhält sich mir gegenüber ganz normal, begegnet mir als Mensch mit Würde und hilft damit, mein Gesicht zu wahren.
Ich denke an viele Situationen, in denen auch wir die Möglichkeit haben, das Prinzip der Fußwaschung im Alltag anzuwenden. Dem anderen dienen, indem wir uns ein wenig zurückstellen, uns kleiner machen, um die Würde des anderen zu wahren. Indem wir ihm auf Augenhöhe begegnen, auch wenn er in einer schwächeren Position ist.
Laut Jesus macht genau das einen echten Leiter aus. Er, der Sohn Gottes, König dieser Welt, machte sich klein und wusch die staubigen Füße seiner Schüler, seiner Nachfolger. Als er sie einlud, es ihm nachzumachen, meinte er vor allem, in dieser Gesinnung zu handeln und ihm somit näherzukommen. Wer wahrer Leiter und der Größte sein möchte, macht sich klein und nimmt sich zurück, um die Würde des anderen herauszustellen.

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