Andachten

Andacht

Andacht 05.09.2020

05. September 2020 | Klaus Kästner

Andacht 05.09.2020

Bildnachweis: cw-design / photocase.de

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

Nicht immer lernen wir aus unseren Fehlern. Das gilt in der großen Geschichte der Völker wie auch in der kleinen Welt des Otto Normalverbrauchers. Mein Namensvetter Erich Kästner sagte in seinem Gedicht „Ein alter Herr geht vorüber“: „Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen. Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt.“ Trotzdem – versuchen sollten wir es auf jeden Fall. Dieses Jahr regt vielleicht in besonderer Weise dazu an. 2018 gedachten wir des Endes des furchtbaren Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, der 20 Millionen Todesopfer forderte. Die Schrecken des 20. Jahrhunderts in Europa gingen aus dieser Katastrophe hervor. In diesem Zusammenhang weckt auch 2019 eine 100-jährige Erinnerung. Ich meine den Versailler Friedensvertrag, der Deutschland im April 1919 als fertiges Vertragswerk in ultimativer Form vorgelegt wurde. Dieser Vertrag war keine Grundlage für einen guten Frieden, sondern legte den Grundstein für den nächsten Konflikt. Der springende Punkt war Artikel 231, der die deutsche Alleinschuld am Ausbruch des Krieges behauptete. Auf diesen in selbstgerechter Torheit verfassten Paragrafen gründeten die siegreichen Alliierten ihr Verlangen nach Wiedergutmachungen.
Was damals auf der Ebene der Weltpolitik geschah, kennen wir alle aus eigener Erfahrung: Wenn etwas Schlimmes geschieht, beginnt prompt die Fahndung nach dem oder den Schuldigen. Wie schön, wenn dann ein „Sündenbock“ gefunden wird, der für alles verantwortlich gemacht werden kann! Dieses Reaktionsmuster scheint tief im Wesen des Menschen verwurzelt zu sein, es ist allgegenwärtig. Es vergiftet und zerstört aber auch jedes Miteinander.
Im Gleichnis vom verlorenen Sohn wird der entscheidende Wendepunkt in der alten Lutherbibel von 1912 sehr treffend so geschildert: „Da schlug er in sich und sprach … Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.“ (Lk 15,17–18) Die Wende zum Guten ist möglich, wo jemand ehrlich seine Schuld eingesteht und die eigene Verantwortung für sein Tun oder Lassen nicht mehr anderen in die Schuhe schiebt.

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