Andachten

Andacht

Andacht 06.09.2020

06. September 2020 | Sylvain Romain

Andacht 06.09.2020

Bildnachweis: Rina H. / photocase.de

Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben.

Marktwirtschaftlich gesehen ist der Arbeitgeber im obigen Gleichnis ganz schön gemein. Oder doch nicht? Schließlich sagt Vers 13 aus, dass jeder mit dem vereinbarten Lohn einverstanden war.
Wenn wir uns für einen Augenblick in die Lage eines Tagelöhners versetzen, erhält der Text eine ganz andere Dimension: Landwirtschaftlicher Arbeiter zu sein war schon damals nicht einfach. Und wenn obendrein der Regen ausfiel, blieb dem Arbeiter nur eines übrig: ab in die Stadt und sein Glück als Eintagsarbeiter versuchen, wobei er dabei ganz unten anfangen musste.
Auch heute noch strömen in der dritten Welt scharenweise ruinierte Bauern in die Metropolen. Ganz früh versammeln sie sich an dem Platz, an dem ihnen Arbeit angeboten wird – vielleicht. Wer gleich genommen wird, muss zwar ab Sonnenaufgang schuften, aber dann kommt er abends mit genügend Geld für eine Mahlzeit nach Hause. Anders geht es dem, der bis spätabends harrt und nicht angeheuert wird. Ständig bangen und zusehen, wie andere drankommen; und falls es tagelang so zugeht, fängt der Arme irgendwann an, an seinem Selbstwert zu zweifeln.
Wem geht es also im Endeffekt besser? Dem, der den ganzen Tag arbeitet, oder dem, der erst abends mit anpackt? Mit den Augen der Barmherzigkeit sieht das Gleichnis anders aus.
So ist es auch mit dem Glaubensleben: Wer immer „schön brav“ im christlichen Zuhause gesessen hat, mag sich über den Sünder ärgern, der die Welt kostete und doch im letzten Moment die Kurve gekriegt hat. Aber ganz ehrlich: Sind nicht die Jahre ohne Gott rein vergeudete Zeit? Die irrige Annahme, es gebe Gott nicht, führt dazu, dass Menschen Illusionen verfolgen. Wie froh darf sein, wer im Elternhaus vor manchen Wunden behütet wurde! Die bittere Pille des verlorenen Sohnes wurde ihr/ihm erspart, und sie/er hat nichts versäumt, im Gegenteil!
Lasst uns deshalb Mitgefühl mit denen haben, die später dazustoßen! Jeder, der möchte, darf von vorne anfangen, glücklich werden und eines Tages seinen Platz mit uns in Gottes neuer Welt einnehmen. Alle haben den gleichen Lohn verdient!

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