Andachten

Andacht

Andacht 07.09.2020

07. September 2020 | Heinz-Ewald Gattmann

Andacht 07.09.2020

Bildnachweis: windkind. / photocase.de

Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben.

Der Pastor steht zum ersten Mal vor seiner neuen Gemeinde. Zusammen mit allen anderen warten wir Jugendlichen auf seine Predigt. Er beginnt: „Ich grüße euch, ihr Heiligen zu …“ Neben mir schnellt eine Hand ruckartig vor den Mund und ein herzhaftes Lachen wird unterdrückt. Auf der anderen Seite hält eine Jugendliche die Luft so lange an, bis sie im Gesicht ganz rot wird. Ein anderer aus der Jugendgruppe beißt sich auf die Lippe, der nächste wischt sich Tränen aus dem Auge. Wir sollen Heilige sein? Kennt der diese Gemeinde überhaupt? Weiß er von dem Vater mit dem kernigen Erziehungsstil, dessen Kinder manchmal mit roten Augen zum Gottesdienst kommen? Oder von dem Mann, der seine Erfahrungen aus dem Krieg immer und immer wieder erzählt und inzwischen alle damit langweilt? Und was ist mit dem, der im Gottesdienst regelmäßig einschläft, weil er langes Sitzen nicht gewohnt ist? Sehen so die Heiligen Gottes aus?
Ja, auch so sehen Heilige Gottes aus. Sie sind mit ihren Schwächen und Eigenarten oft keine Reklame für Gott, sie sind häufig weit davon entfernt, Vorbilder zu sein. Aber sie sind damals wie heute etwas Außergewöhnliches: sie glauben an Christus Jesus. Sie haben sich entschieden, ihm zu dienen und ihm zu gehören. Ihr Lebensziel und ihr Lebensinhalt unterscheiden sie von ihren Mitmenschen. Sie haben einen Glauben, der über den Horizont des irdischen Lebens reicht, und sie halten mit Jesus Kontakt. Sie vertrauen einzig und allein ihm, wenn es um ihr ewiges Leben geht. Damit sind sie etwas ganz Besonderes in einer Welt, die kaum etwas von Gott wissen will.
Auch mit seinen Jüngern konnte Jesus keine Trophäen gewinnen: Petrus war ein großmäuliger Feigling, Johannes ein jähzorniger Jugendlicher, Judas ein Dieb; allesamt versuchten sie, einflussreiche Posten zu ergattern.
Ebenso hatten die Christen in der Hafenstadt Korinth ihre Fehler wie auch jene in Ephesus, denen Paulus in seinem Brief den christlichen Lebensstil erklärte. Doch genau sie bezeichnet er am Anfang seines Briefes als Heilige, weil sie an Jesus glaubten. Aus demselben Grund sind die Mitglieder christlicher Gemeinden auch heute Heilige. Ihre Fehler und Schwächen werden in Jesus nichtig, doch ihr Glaube zählt vor Gott.

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