Andachten

Andacht

Andacht 10.09.2020

10. September 2020 | Johannes Fiedler

Andacht 10.09.2020

Bildnachweis: Macavity / photocase.de

Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht zu streng, damit sie nicht entmutigt werden.

Das kann schon überraschen: Paulus, sonst eher bekannt für hochtheologische Darlegungen, setzt sich hier für die Schwächsten in Familie und Gemeinde ein. Selbst weder Ehemann noch Vater, nahm er auf seinen Reisen wohl aufmerksam das Familienleben seiner gläubigen Gastgeber wahr. Nicht immer mag ihm das gefallen haben, was er beobachtete. Wie käme er sonst zu dem noch deutlicheren Hinweis an die Ehemänner: „„Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht rücksichtslos gegen sie.““ (V. 19) Hatte er etwa schon die Männer im Blick, die heute verstimmt aus dem Büro oder dem Betrieb nach Hause kommen, weil der Tag mehr Frust als Freude brachte?
Kinder nicht entmutigen, an den Frauen nicht den Ärger auslassen: Muss das gläubigen Männern noch ins Stammbuch geschrieben werden in einer Zeit, in der auch Frauen berufstätig sind und beide sich um den Haushalt kümmern?
In meiner Heimatgemeinde wurde ich einmal gebeten, den Gesprächskreis der 12- bis 14-Jährigen zu übernehmen. Da stand gerade ein ähnlicher Text zur Diskussion: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“ (Eph 6,4) Was lag da näher als die Frage: „Wie können wir Väter euch denn zum Zorn reizen?“ Da hatte ich etwas losgetreten! Die Antwort kam prompt von einem 13-Jährigen: „Wenn wir etwas falsch machen, hören wir nur Tadel und Vorwürfe, aber wenn wir alles richtig machen, gibt es kein Wort der Anerkennung. Das ist dann alles selbstverständlich!“
Ich war erschrocken, denn der da ohne Scheu und unter zustimmendem Kopfnicken der anderen geantwortet hatte, war mein Sohn! Da hatte er mir etwas zum Nachdenken mitgegeben, wie Kinder uns Väter und Mütter manchmal erleben: schnell bei der Hand mit einer Rüge und Ermahnung. Dabei würden sie sich so sehr freuen über ein Lob und ein anerkennendes Wort. Manchmal würde ihnen schon ein Lächeln und eine zustimmende Geste genügen, auch dann, wenn einmal nicht alles so gut gelaufen ist.
Ja, unsere Kinder, auch wir alle, ob Eheleute, Eltern und Singles, Junge und Alte, brauchen Ermutigung für die Aufgaben des Alltags und die Herausforderungen des Lebens. Wem werde ich heute, statt Kritik zu üben, ein ermutigendes und anerkennendes Wort sagen?

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