Andachten

Andacht

Andacht 19.09.2020

19. September 2020 | Armin Richter

Andacht 19.09.2020

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

Seit Jahren spricht der Vater nicht mehr mit seinen beiden Söhnen. Nicht weil er es nicht könnte, beispielsweise wegen einer Kehlkopferkrankung, sondern weil er es nicht möchte. Das ist tragisch, denn alle werden älter. Somit nimmt die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich ab, sich wieder zu versöhnen. Das Schlimme an der Sache ist, dass niemand mehr so genau weiß, was einst vorgefallen ist.
Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes: Der Vater wird zu einer Familienfeier eingeladen – einfach so. Keiner weiß, ob das ein kluger Schachzug ist. Der Vater überlegt lange, ob er hingehen soll. Schließlich entscheidet er sich zu kommen. Während dieser Begegnung versöhnen sie sich. Die Söhne hatten schon jahrelang auf diesen Moment gewartet – nun ist es endlich so weit. Alle sind für die Begegnung dankbar.
Jesus sagt in der Bergpredigt: „Wenn du Gott etwas geben möchtest und dich erinnerst, dass der andere etwas gegen dich hat, dann gehe hin und versöhne dich mit ihm und bringe erst dann deine Gabe vor Gott.“ Und ich denke: „Wenn der andere etwas gegen mich hat, soll er doch kommen. Wieso sollte ich den ersten Schritt machen?“
Aber Jesus möchte genau das: Ich soll es dem anderen so einfach wie möglich machen und eine Basis der Versöhnung bieten. Vielleicht lässt sich ein Kompromiss finden. Auf jeden Fall dürfen beide Seiten ihre Verletztheit ausdrücken. Schon dabei wird mancher Lösungsansatz deutlich.
Jesus macht uns bewusst, dass wir dabei nicht allein sind; er möchte mit uns gehen. Wir wollen ja mit ihm leben, das heißt: Wir wollen ihm dienen, ihn anbeten und ehren. Matthäus umschreibt es mit „meine Gabe vor den Altar bringen“. Und auch mit Jesus braucht es Mut. Aber er hilft uns dabei.
Wir dürfen erfahren, wie befreiend Versöhnung ist. Ein Spannungsfeld weniger lässt Energie für anderes frei werden. Sich zu versöhnen tut uns gut. Gehen wir also den ersten Schritt und wagen es!

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