Andachten

Andacht

Andacht 04.10.2020

04. Oktober 2020 | Juna Valentin

Andacht 04.10.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

Vor einiger Zeit geriet ich auf offener See in einen Sturm. Nach einem Kurzurlaub auf Helgoland war ich auf einem Seebäderschiff zum Festland unterwegs. Schon die erste Welle außerhalb des Hafens ließ mich spüren, was es bedeutet, einen sicheren Hafen zu verlassen! Es fühlte sich an, als hätte ich keinen Boden mehr unter den Füßen. Das ging drei Stunden lang so! Immer wieder stöhnten meine Mitreisenden. Ich schloss die Augen und versuchte, mich an die Gesetze der Physik und Nautik zu erinnern, die erklärten, warum wir nicht sinken würden.
Da kam mir der Gedanke, dass man unser Schiff erst gar nicht aus dem Hafen ließ, wenn man damit rechnete, dass es den rauen Wellengang nicht überstehen würde. Und erst dann kam mir die Idee zu beten … In den nächsten Stunden rief ich mir viele Bibeltexte ins Gedächtnis, vor allem aber den heutigen Andachtstext. Es ist nicht schwer zu erraten, worum ich Gott bat. Meine Bibel hatte ich zwar dabei, aber sie war in meinem Koffer irgendwo im Bauch des Schiffes verstaut; das half mir nun wenig.
Ich atmete tief durch und beobachtete die Mitreisenden. Links von mir saß eine Frau, neben ihr ein Mann im Rollstuhl und ein kleiner Junge. Bei jeder Welle stöhnte der Mann; der Junge wirkte ängstlich. Die Frau hatte Mühe, die beiden zu beruhigen. Mal sprach sie mit dem Kind, mal versuchte sie, es dem Mann bequemer zu machen. Sie war sehr konzentriert und hatte keine Zeit für Ängste.
Diese Stunden lehrten mich eine wichtige Lektion. Wann immer ich gedenke, meinen „sicheren Hafen“ zu verlassen, bereite ich mich sorgfältig vor: Mittel gegen Seekrankheit rechtzeitig einnehmen, einen bei Seegang geeigneten Platz auswählen, Infos einholen, ein Gebet sprechen.
Ich nehme mir vor, mehr Bibelverse auswendig zu lernen, denn keiner weiß, unter welchen Umständen man sie brauchen wird. Die Bibel hat man nicht immer zur Hand, wohl aber den Kopf und das Herz. Diese will ich auf jeden Fall mit Nützlichem füllen. Und ich wende meinen Blick von mir weg, hin zu meinen Mitmenschen. Das macht mich mutiger, dankbarer und bescheidener. Bist du heute bereit, dein Zuhause (deinen sicheren Hafen) zu verlassen?

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