Andachten

Andacht

Andacht 01.11.2020

01. November 2020 | Heidemarie Klingeberg

Andacht 01.11.2020

Bildnachweis: AllzweckJack / photocase.de

Auch Jesus kamen die Tränen. „Seht“, sagten die Juden, „er muss ihn sehr lieb gehabt haben!“

Wir sind traurig, wenn ein geliebter Mensch gegangen ist. Unsere Tränen sind ein Zeichen der Zuneigung. Auch wenn jeder auf seine persönliche Weise trauert, braucht unsere Seele auf jeden Fall eine Möglichkeit, den Schmerz emotional auszudrücken. Anselm Grün schreibt: „Im Weinen kommen all meine unruhigen … Gedanken zur Ruhe. Denn weinend bin ich nicht im Kopf, in dem ich nie Ruhe finden würde, sondern im Herzen, das in den Tränen seinen inneren Frieden findet, weil es sich äußern darf.“ (Einfach beten, S. 141; Weltbild 2012)
Oft erzählten mir Angehörige von Verstorbenen enttäuscht, dass ihre Mitchristen kein Verständnis für ihre Trauer zeigten. „Warum bist du denn traurig? Als Christen leben wir doch mit der Hoffnung auf die Auferstehung, da brauchen wir doch nicht zu trauern!“ Wer so spricht, reagiert unsensibel auf das Leid und den Schmerz seiner Mitmenschen. Er weiß nichts über die Trauer, die ein liebender Mensch empfinden kann, wenn er einen Verlust erleidet. Unser christlicher Auferstehungsglaube richtet uns auf und gibt uns Hoffnung; dennoch erspart er uns die schmerzhafte Zeit der Trauer um unsere Lieben nicht.
Unser Herr Jesus Christus weinte, als er sah, „wie sie [Maria, die Schwester des Lazarus] und auch die Trauergäste weinten“ (V. 33 Hfa). Er weinte aus Mitgefühl mit den Trauernden, und er weinte um seinen Freund Lazarus. „Er muss ihn sehr lieb gehabt haben“, sagten die am Grab Stehenden, als sie seine Tränen bemerkten. Obwohl Jesus wusste, dass er Lazarus auferwecken würde, schämte er sich nicht, seine Trauer und sein Mitgefühl zu zeigen.
Gott kennt die Trauer. Er weinte um seinen Sohn. Er weint mit uns und um uns. Der weinende Gott taucht ganz ein in unseren Schmerz. Er kann uns verstehen, weil er selbst noch viel mehr leidet als wir. Diese Seite von Gott als den trauernden Gott ist noch viel größer und unfassbarer als der allmächtige Gott, der über allem steht. Er kam uns in Jesus Christus ganz nah. Er umfängt uns mit seiner Liebe, die stärker ist als der Tod. „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8,38–39)

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