Andachten

Andacht

Andacht 16.11.2020

16. November 2020 | Lothar Wilhelm

Andacht 16.11.2020

Bildnachweis: m.voigt.1982 / photocase.de

„… seid dankbar in allen Dingen …“

Kannst du für alles danken? Unter Christen heißt es manchmal: Du musst Gott für alles danken können! Offen gesagt: Ich kann das nicht. Will ich diese Forderung erfüllen, komme ich in Konflikt mit einem anderen Gebot Gottes: der Ehrlichkeit. Es gibt so viel Leid, das unseren Mitmenschen oder uns selbst widerfährt. All das kann ich vor Gott nur beklagen, aber nicht dafür danken. Verlangt Gott das von mir? Wie ist diese Aussage zu verstehen: „Seid dankbar in allen Dingen“?
Leidvolle Erlebnisse können uns schnell die Lebensfreude rauben. Wie ein schwarzes Gewand legt sich die Traurigkeit auf unsere Seele. Alles wird schwer und bitter. So möchte ich aber nicht leben! In derartigen Situationen ist es gut zu beten: Herr, schenke mir andere Gedanken. Lass mich trotz all dem Schweren, das ich dir klage, etwas Schönes wahrnehmen, über das ich mich freuen kann. Lass mich Lichtstrahlen deiner Güte sehen, damit ich dir danken kann.
Du kannst erleben, dass Gott solche Gebete erhört, denn er möchte dir die Augen öffnen für seine Sichtweise des Lebens. Auf die Frage, warum Schlimmes geschieht, finden wir nur selten eine Antwort. Wir dürfen aber gewiss sein, dass es bei Gott hinter allem einen verborgenen Sinn gibt und dass ihn seine Kinder am Ende loben werden.
Gottes Güte war gegenwärtig, als Jesus am Kreuz starb. Seine Jünger konnten damals jedoch nicht dafür danken. Sie konnten nur trauern. Erst nach der Auferstehung Jesu begriffen sie, dass er für sie gestorben war. Sie erkannten, dass Gottes Liebe selbst im Leid da ist und dass uns nichts von ihr trennen kann – nicht einmal der Tod (Röm 8,38–39). Dafür lobten sie Gott.
Es hilft, auch den heutigen Bibeltext beim Wort zu nehmen, denn der Apostel Paulus fordert uns hier nicht auf, für alles zu danken. Er musste viel Schreckliches in seinem Leben durchmachen. Solche Erlebnisse waren für ihn bestimmt kein Grund zum Danken. Aber in diesen qualvollen Stunden durfte er erfahren, dass er in allen Lebenslagen bei Gott geborgen war. So konnte er zu einer Einstellung finden, die ihn in allem dankbar sein ließ. Diese Erfahrung gibt er an uns weiter.
Aus Dankbarkeit erwächst die Kraft, in schweren Stunden nicht zu verzagen. Wer im Vertrauen auf den Herrn nach dem Guten und Schönen sucht, dem schenkt Gott Augen, die es entdecken.

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