Andachten

Andacht

Andacht 30.11.2020

30. November 2020 | Bernhard Stroh

Andacht 30.11.2020

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Dein Name werde geheiligt.

Als Gemeindechor führten wir das Vaterunser als Choralfassung in zwölf Liedern von Jochen Rieger auf. Die intensive Beschäftigung mit dem Text des Gebets und den Texten der Liederdichter regte in mir viele Gedanken an, die mir immer noch im Kopf herumgehen. Wenn wir uns mit Gottes Wort befassen, bewegt sich was; Prozesse werden in Gang gesetzt, die unser Denken und oftmals auch unser Leben verändern.
Seit dieser Zeit hat die erste kurze Bitte des Vaterunsers für mich eine ganz neue Bedeutung gewonnen: „Dein Name werde geheiligt.“ Diese Aufforderung hatte ich zuvor nur in Verbindung mit den Zehn Geboten gesehen. Dort heißt es: „Ich bin der Herr, dein Gott. … Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2 Mo 20,2–3) Und: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ (V. 7)
Gott ist der Einzige, der den berechtigten Anspruch hat, Gott zu sein. Und weil er Gott ist, ist auch sein Name heilig. Aus Angst, den Namen Gottes zu missbrauchen, sprachen die Juden das Wort JHWH nie aus. Sie nannten ihn Adonai oder umschrieben ihn mit der Allmächtige oder anderen Ehrenbezeichnungen. Die Gebote machen klar: Wir sollen den Namen Gottes nicht leichtfertig oder gedankenlos im Munde führen. Aber geht es in der ersten Bitte des Vaterunsers nur um diese vier Buchstaben des heiligen Gottesnamens? Ich glaube nicht.
Jesus macht dies nämlich schon in den ersten Worten des Gebets mit der Anrede „Unser Vater“ deutlich. In der Heiligen Schrift steht ein Name oft für die ganze Person und beschreibt ihre Eigenschaften. Gott ist El Shaddai, der allmächtige Herr Zebaoth, der Herr der Heerscharen. Sein Name ist Gott selbst, sein Wesen, seine Liebe, sein Erbarmen und seine Gnade, um die es geht.
Im Gegensatz zu den Zehn Geboten, die beschreiben, was nicht getan werden soll, steht die erste Bitte des Vaterunsers in einem Imperativ, der zu einer Handlung auffordert.
Wir sollen also aktiv etwas tun, nämlich Gottes Namen heiligen, ihn anbeten, über seine Größe staunen.
Denn er ist der unfassbare, der ferne und doch ganz nahe Gott, der trotz seiner Größe ein ganz vertrauter Gott ist, zu dem wir Vater sagen dürfen.

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