Andachten

Andacht

Andacht 04.12.2020

04. Dezember 2020 | Jürgen Weller†

Andacht 04.12.2020

Bildnachweis: es.war.einmal.. / photocase.de

Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Heinz Rühmann spielt in Max, der Taschendieb die Rolle des Diebes, der prompt von seinem eigenen Sohn bestohlen wird. Nach einer Ohrfeige für den Jungen fragt dieser: „Ist es eigentlich schlimm, dass ich dich bestohlen habe oder dass ich gestohlen habe?“
Irgendwie berührte mich diese Frage. Gibt es eine Differenzierung der Schuld? Kann ein vergleichbares schuldhaftes Handeln unterschiedlich schlimm empfunden oder bewertet werden? In dem Film versucht ausgerechnet ein Taschendieb, seinem Sohn Werte beizubringen, die er offenbar selbst nicht lebt. Wie kurios!
Doch dann fällt mir ein, wie oft ich an mir Züge von diesem Max entdecke, der selbst ein Dieb ist, aber seinem Sohn trotzdem be- und vorschreiben will, was recht ist. Anders gesagt: Wie oft gehe ich krumme Wege und achte von dort aus ganz genau darauf, dass andere geradeaus laufen?
Ich merke, wie schwierig es ist, anderen Werte zu vermitteln, die Gott zwar bei mir sehen will, die mir aber so gar nicht liegen. Vorbild zu sein ist nicht so leicht. Denn da geht es plötzlich darum, Geduld vorzuleben, anstatt nur darüber zu referieren, selbst authentisch zu sein, anstatt wahre Echtheit nur schick zu finden; da heißt Freiheit, Dinge loszulassen und sie nicht mehr an sich zu reißen und zu vergeben, anstatt anzuprangern.
Ein positives Beispiel im Sinne Jesu zu sein ist weder ein Handeln mit Maske und Make-up noch das Agieren mit dem Zeigefinger. Es geht dabei um eine unanfechtbare, sichtbare Hingabe und Echtheit. Und was ist, wenn mein Vorbildsein schiefgeht?
Der Taschendieb Max versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten, anständig zu sein. Sein Leben konnte er erst dann wirklich verändern, als ihm die Chance dazu gegeben wurde. Jemand kümmerte sich um seine verkorkste Situation, und das stellte schließlich sein Leben auf den Kopf.
Egal, was uns bisher im Leben misslungen ist, wir haben einen, der uns nicht nur abverlangt, ein Beispiel zu sein, sondern der uns dabei auch Beistand leistet. Er stellt unser Leben auf den Kopf, sodass wir unseren „Heiligenschein“ verlieren, denn ein falscher Anschein ist wertlos, weil er seine Werte los ist.
Gott schenke uns heute beispielhafte Möglichkeiten.

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