Andachten

Andacht

Andacht 09.12.2020

09. Dezember 2020 | André Zander

Andacht 09.12.2020

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.

Mit manchen Geschichten in der Bibel habe ich ein echtes Problem. So wie mit diesem Gleichnis vom Himmelreich, in dem drei Knechte das Vermögen ihres Herrn verwalten und dann – je nach individueller Leistung! – belohnt oder bestraft werden.
Wie bitte? Ich dachte, es gelten bei Gott die Prinzipien sola gratia und sola fide! Aber hier? Christsein als Leistungsprinzip?
Geldbeutel zu vergraben war damals eine gängige und sichere Methode, Vermögen aufzubewahren. Also in der Sache selbst beging der dritte Knecht keine Fahrlässigkeit. Und: Er hätte sich mit seinem Silbertalent ja auch einfach absetzen können – aber auch das tat er nicht. Warum dann die harte Kritik und Bestrafung?
Wegen seiner Einstellung zu seinem Herrn. Sie ist von Angst und Verachtung geprägt, und vor diesem Hintergrund stellt sich sein Verhalten in einem ganz anderen Licht dar. So soll unser Gottesbild gewiss nicht sein – dieser Knecht ist kein Vorbild für uns.
Aber welcher Knecht soll ich dann sein? Der überreich gesegnete „Überflieger“ oder der „Ackerer“, der trotz gleichen Erfolgs keinen Bonus bekommt? Für mich selbst befinde ich: Mir passt keiner dieser Knechte, und so ergibt dieses Gleichnis für mich keinen Sinn. Ich kann es nur ertragen, wenn ich einen vierten Knecht kreiere. Der bekommt auch nur ein oder zwei Talente. Er handelt damit wie die beiden ersten, aber – er verliert alles. (Anmerkung: Irgendwo muss der Gewinn der beiden ersten ja auch herkommen!) Wenn der Herr dann nach seiner Rückkehr Rechenschaft einfordert, dann steht dieser Knecht mit leeren Händen da und würde etwa sagen: „Ich habe es versucht, so gut ich konnte, aber ich habe es nicht geschafft. Bitte verzeih mir.“
Ja, genau dieser Knecht bin ich. Ohne Angst und Verachtung, aber im Bewusstsein, dass ich meinem Herrn rein gar nichts anzubieten habe.
Übrigens, dieser vierte Knecht ist doch keine Erfindung von mir. Wir finden ihn zum Beispiel im Zöllner, der abseits steht, oder im verlorenen Sohn.
Was uns aus diesem Gleichnis bleibt: Wir sind aufgerufen, unser „Talent“, also unsere Gaben, für Gott einzusetzen. Im Gegensatz zum Geld ist unser Gewinn auch kein Verlust für die anderen. Und wir brauchen keine Angst zu haben, wenn mal etwas schiefgeht!

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