Andachten

Andacht

Andacht 13.12.2020

13. Dezember 2020 | Günther Hampel

Andacht 13.12.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Der Begriff Demut ist aus der Mode gekommen – und erst recht das, wofür er steht. Unser deutsches Wort Demut ist aus dem althochdeutschen dio („Diener“) und muot („Gesinnung“) zusammengesetzt. Dabei geht die Bedeutung eher in Richtung „Gefolgsmann“ etwa als „Knecht“.
Petrus sah Demut als Gegenstück zum Hochmut. Die alttestamentliche Ethik forderte Demut als Ausdruck grundsätzlicher Abhängigkeit des Menschen von Gott, dem Schöpfer. Im Neuen Testament und im Christentum orientiert sich die Demut am Vorbild Jesu und ist Ausdruck der christlichen Grundhaltung, die den gläubigen Menschen – sein Denken, Fühlen und Handeln – unter das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe stellt.
Es geht dabei also nicht um passive Unterwürfigkeit, sondern um aktives und mutiges Handeln. Dafür gibt es im Neuen Testament eine Reihe von Beispielen. In Philippi wurden Paulus und Silas aufgrund von Verdächtigungen ohne Gerichtsurteil ausgepeitscht und inhaftiert. Als sich herausstellte, dass sie römische Bürger waren, wollte die Stadtverwaltung sie stillschweigend abschieben, doch Paulus ließ das nicht zu. Er forderte: „Sie haben uns ohne Recht und Urteil öffentlich geschlagen, die wir doch römische Bürger sind, und ins Gefängnis geworfen, und sollten uns nun heimlich fortschicken? Nein! Sie sollen selbst kommen und uns hinausführen!“ (Apg 16,37)
Auch Jesus, dessen Demut geradezu sprichwörtlich ist, ließ sich nicht alles gefallen. Als ihm beim Verhör vor dem Hohepriester ein Knecht ins Gesicht schlug, wehrte er sich mit den Worten: „Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe, dann beweise es mir! Bin ich aber im Recht, warum schlägst du mich dann?“ (Joh 18,23 NeÜ)
Wenn sich jemand alles gefallen lässt, ist das nicht unbedingt ein Zeichen von Demut. Demut bezeichnet die Bereitschaft oder auch den Mut zum Dienen – eine Geisteshaltung, mit der sich jemand um anderer Menschen oder der Sache Gottes willen zurücknehmen kann und sein Ego hintanstellt.
Manchmal sind die Grenzen zwischen christlicher Demut und frömmelnder Torheit fließend. Deshalb möge uns Gott die Weisheit schenken, in schwierigen Situationen den richtigen Weg zu erkennen!

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