Andachten

Andacht

Andacht 14.12.2020

14. Dezember 2020 | Dennis Meier

Andacht 14.12.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und Assyrien, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!

Wie bitte? Da muss wohl ein Irrtum vorliegen. Assur, also Assyrien, mit der Hauptstadt Ninive – mit denen hatte doch schon Jona seine Scherereien. Das waren Feinde Israels. Das waren diejenigen, die im achten Jahrhundert vor Christus (Jesaja war Zeitzeuge!) Samaria zerstört und die zehn Stämme des Nordreiches verschleppt hatten. Brutale Killer waren das. Und dazu noch Ägypten? Hier waren ja noch jede Menge Rechnungen offen. Nicht nur die 400 Jahre Sklaverei, aus denen Mose Israel befreit hatte. Und diese drei – Assur, Ägypten und Israel – sind nun in der Vision Jesajas das „Dream-Team“?
Bereits die Übersetzer der Hebräischen Bibel ins Griechische drehten so lange an dem Text, bis dort nicht mehr Assur und Ägypten, sondern jüdische Siedlungen gemeint waren. Und bis heute wissen die ausgebufftesten Alttestamentler nichts mit dem Text anzufangen. Geben wir uns also mit einem „kam eben anders“ zufrieden?
Jesaja war jemand, dem Gott tiefen Einblick gewährte. Er sah auch die Lämmer bei den Wölfen wohnen und den Löwen Stroh fressen (vgl. Jes 11). Er redete damals schon immer wieder vom Messias, vom Retter. Er wird diesen Text, in dem Assur und Ägypten als Teil des Volkes Gottes bezeichnet werden, in seiner Zeit wohl kaum restlos verstanden haben, aber eines muss ihm klargeworden sein und das gilt auch für uns: Gott denkt groß! Er hat mutige Pläne, er bringt unmögliche Kombinationen zustande, er macht Feinde zu Freunden und einst Ausgeschlossene zu Tischgenossen.
In unserer Zeit, wo Mauern wieder gebaut werden, brauchen wir die Erinnerung an die Vision Jesajas, die auch die von Jesus war und die von Paulus: Gott will Mauern einreißen und die Fernen an einen Tisch bringen.
Stellen wir uns einmal vor, solch eine Vision im Großformat triebe uns heute an. Dann wäre jeder Mensch, dem wir begegnen, schon ein Gotteskind, ein potenzieller Nachbar für die Ewigkeit. Das würde doch etwas ändern im Umgang, im Alltag, auf der Arbeit?
Uns darf beseelen, was andere ratlos macht. Das ist die gute Nachricht für heute.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden