Andachten

Andacht

Andacht 19.12.2020

19. Dezember 2020 | Ralf Schönfeld

Andacht 19.12.2020

Bildnachweis: es.war.einmal.. / photocase.de

Darum sollt auch ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Darf’s noch etwas mehr Druck für dich sein? Vollkommen! Vergebliche Mühe, da muss man kein Prophet sein. Ich bin noch niemandem begegnet, der es geschafft hätte. Du etwa? Abgesehen davon haben all diese Perfektionisten mindestens ebenso viel Elend auf dieser Welt angerichtet wie sämtliche Nachlässigen zusammen. Das Tragische daran ist, viele mühen sich in bester Absicht. Dennoch wird es immer verzweifelt vergeblich sein.
Was um alles in der Welt meint Jesus dann mit seiner Aufforderung zur Vollkommenheit? Er stellt sogar Gott höchstpersönlich als Vorbild hin! Wobei – „ihr werdet sein wie Gott“ (1 Mo 3,5) – kam das nicht aus einer anderen Ecke?
Jesus spricht vom „Vater“ – ein Zufall? Wer die Geschichten kennt, die Jesus über seinen Vater erzählt, weiß: Der ist ein Kümmerer, ein Lastenabnehmer, kein Schraubstockgott. Wie so oft macht der Zusammenhang (V. 46–47) deutlich, worum es geht: Freundlich zu Freunden zu sein ist nichts Besonderes. Aber du kennst sicher jemanden, der dir auf die Nerven geht, der hintertückisch fies oder sogar offen feindlich ist. Murmel ruhig den Namen mal vor dich hin – um genau den geht es. Gott mag ihn (oder sie). Wirklich! Ich denke zwar manchmal: „Wie kann er nur?!“ – aber er tut es. Auch für „schlimme Finger“ gibt es schönes Urlaubswetter und Vorgartenwasser (vgl. V. 45). Selbst der arrogante Zeitgenosse überschlägt sich nicht in der nächsten Kurve, nur weil er mich frech überholt hat. Das wäre eher so meine Idee für ihn. Gott ist anders: Er verströmt sein Wohlwollen an jeden, um 360 Grad. Unfassbar, oft sogar ärgerlich! Die Religionslehrer zur Zeit Jesu sahen es anders: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!“ (V. 43) Aufrechnen. Rache. Mobbing. Krieg.
Jesus stellte sie zum Glück vom Kopf auf die Füße: Nur Freunde zu lieben ist unvollkommen. Da fehlen einige. Umfassend zu lieben hat nichts mit persönlicher Perfektion zu tun, sondern mit der Entscheidung, wer und wie ich sein möchte. Übrigens, fragwürdig benehmen sich nicht immer nur die anderen – aber selbst dich und mich mag der Vater im Himmel von Herzen. Was für ein Trost. Und was für eine Motivation, auch für den vorhin gemurmelten Namen aufrichtig zu beten, mit Gutem zu „vergelten“! Das ist vollkommen, so wie der Vater – vollkommen gut.

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