Andachten

Andacht

Andacht 29.12.2020

29. Dezember 2020 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 29.12.2020

Bildnachweis: Mr. Nico / photocase.de

Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, wohin vor deinem Angesicht fliehen? Wenn ich hinaufstiege zum Himmel – dort bist du; wenn ich mich lagerte in der Unterwelt – siehe, da bist du. Nähme ich die Flügel des Morgenrots, ließe ich mich nieder am Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich ergreifen. Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen und das Licht um mich soll Nacht sein! Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, die Nacht leuchtet wie der Tag, wie das Licht wird die Finsternis.

Ich erinnere mich an einen Jugendfreund, der jahrelang mit den folgenden Fragen kämpfte: Wo ist Gott? Warum ist er mir so fremd? Warum kann ich ihn nicht spüren? Versteckt er sich? Was habe ich falsch gemacht? Mein Freund versuchte alles Mögliche, um Gott in sein Leben zu holen. Er sehnte sich nach Gottes Nähe – hatte aber den Eindruck, sich diese erarbeiten zu müssen.
In einem der bekanntesten Lieder der Bibel begegnet uns ein anderes Gottesbild. Der Dichter macht deutlich: Gott ist uns nicht fern. Wir müssen uns nicht bemühen; um seine Aufmerksamkeit oder Zuneigung müssen wir nicht werben. Unsere Überredungsversuche können wir uns schenken.
Im Gegenteil: Gott lässt sich weder demotivieren noch abschütteln. Unbeirrbar geht er uns Menschen nach und sucht unsere Gegenwart. Gott nimmt es nicht hin, von uns getrennt zu sein. So ungewöhnlich dies klingen mag: Falls wir uns um etwas bemühen müssen, ist es seine Abwesenheit. Selbst wenn wir es wollten – offenbar können wir gar nicht in der Gottesferne leben!
Obwohl aus dem Psalm auch ein gewisses Unbehagen hervorgehen mag, finde ich diese Zusicherung enorm ermutigend. Niemand, der sich nach Gott sehnt, muss mit Ablehnung rechnen. Dieses Gebet wird erhört. Der Wunsch nach Gottes Nähe wird erfüllt.
Und wie das eingehende Bibelwort beschreibt: Nicht einmal in den schwärzesten Stunden sind wir allein. Die Gegenwart Gottes kann selbst unserer Finsternis etwas entgegensetzen. Das will ich mir merken. Und angesichts von Zweifeln und Ängsten werde ich mich hoffentlich erinnern und mir sagen können: Die Nacht leuchtet.

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