Andachten

Andacht

Andacht 05.01.2021

05. Januar 2021 | Armin Richter

Andacht 05.01.2021

Bildnachweis: es.war.einmal.. / photocase.de

[Die Liebe] verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht
erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu.

Ich sitze in der Suchthilfegruppe, die ich seit längerer Zeit begleite. Vor mir liegt meine neue Talk-Box: In einer wunderschönen, flachen Blechschachtel liegen Karten mit Aussprüchen zum Leben, teilweise aus der Bibel, teilweise von unbekannten Menschen verfasst. Der Reihe nach zieht jeder ein Kärtchen, liest es vor und wir sprechen darüber. Manche ziehen nicht zufällig, sondern suchen sich eine Karte aus. Dann ist ein Mann an der Reihe, der von Gott nicht viel hält. Er liest uns vor: „In eurem Herzen herrsche der Frieden Christi.“ (Kol 3,15 EÜ) Ich staune innerlich über den Text, den dieser Atheist aus den vielen Möglichkeiten aussuchte. Sein Kommentar: „Ihr wisst ja, dass ich von Gott nichts halte. Deshalb hat mir dieser Text gefallen, denn darin steht „euer“. Es geht um „euer“ Herz.“ Ich staune zum zweiten Mal und bin tief beeindruckt: Dieser nichtchristliche Mann sucht für seine Freunde in der Gruppe einen christlichen Satz aus. Er suchte nicht, was ihm gefällt, sondern was uns gefällt. Da dachte ich an die sechs Wörter aus dem Hohelied der Liebe: „[Die Liebe] sucht nicht das Ihre.“ (1 Kor 13,5) Und ich muss beschämt feststellen: Wie oft suche ich das Meine, wie oft setze ich mich für das ein, was ich will. Aber ich erinnere mich auch an Situationen, in denen ich mich für andere interessierte und einsetzte und dadurch Spannendes erlebte: Meine Frau und ich sitzen beim Neujahrsempfang unseres Bürgermeisters an einem Tisch mit uns fremden Menschen. Neben mir sitzt eine Frau, mit der ich ins Gespräch komme. Sie erzählt, dass sie in einem Chor mitsingt. Ich frage sie, was sie singen. Es sind keine Choräle, aber manches davon kenne ich. Ich frage sie wann, wo und wie oft sie auftreten. Wir unterhalten uns über ihre „Wohlfühloase Chor“. Daraufhin fragt sie mich, ob ich auch in einem Chor mitsinge, was ich verneinen muss. Und dann meint sie ganz erfreut: „So habe ich mich noch nie mit einem Nichtsänger über mein Hobby unterhalten!“ Ich habe mich gefreut, dass ich das Ihre getroffen habe und nicht das Meine. Es war auch für mich ein schönes Gespräch. Lasst uns mehr das suchen, was den anderen begeistert. Es wird auch uns erfreuen, denn lieben macht Spaß! 

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden