Andachten

Andacht

Andacht 08.01.2021

08. Januar 2021 | Sylvain Romain

Andacht 08.01.2021

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind
unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Der türkische Gelehrte Hodscha Nasreddin (13./14. Jahrhundert) ist für seine tiefsinnigen Anekdoten berühmt. Eines Nachts geht er am Dorfbrunnen vorbei und erblickt in dessen Tiefe die Mondspiegelung. Er denkt: Oha, der Mond ist ins Wasser gefallen. Vorsichtig zieht er den Eimer hoch, in dem der Vollmond leuchtet. Er ist so konzentriert, dass er stolpert. Der Eimer fliegt in die Luft und er nach hinten. Über seinem Gesicht strahlt der Himmelskörper. Ganz vergnügt und trotz Rückenschmerzen sagt er: „Ich habe den Mond gerettet.“ Ganz ehrlich: Denken wir nicht manchmal ähnlich? In unserem missionarischen Eifer für das Evangelium, die Umwelt oder sonst einen ehrbaren Zweck maßen wir uns gern an, die Welt, oder zumindest ein paar Menschen, retten zu können. Aber sagt nicht die Bibel, dass Jesus am Kreuz die Welt schon längst gerettet hat? Im Eingangstext ist die Rede vom unnützen Knecht. Dieser hat vieles geleistet. Auch wir, die nach dem Bild Gottes geschaffen sind, sollen die Erde bebauen und bewahren, sogar die Gute Nachricht der Errettung weitergeben. Doch ist dies kein Muss, damit die Welt nicht untergeht, sondern ein Darf. Denn der allmächtige Gott ist groß genug, um für den Erhalt der natürlichen Abläufe zu sorgen. Gott gewährt uns in seiner Güte das Privileg, an seinem Reich mitzuarbeiten – nicht, weil er uns braucht, sondern damit wir an seiner Freude teilhaben und daran wachsen können. So hilft mir meine Missions- und Verkündigungsarbeit, selbst geistlich zu wachsen – wie ein junger Lehrer, der sich den Stoff am besten durch das Unterrichten aneignet. Der Papa trägt einen Sack Zement aus dem Kofferraum. Auf dem halben Weg rennt der Fünfjährige dazu und sagt: „Warte, Papa, ich helfe dir“. Als der Sack dann im Keller liegt, sagt der Knirps: „Siehst du, Papa, zusammen haben wir es geschafft!“ Und der Vater grinst. Genauso muss unser himmlischer Vater lächeln, wenn wir behaupten, irgendetwas für sein Reich beigetragen zu haben. Lasst uns heute unsere Aufgaben anpacken und daran denken, dass eigentlich Gott den Sack trägt.

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