Andachten

Andacht

Andacht 07.02.2021

07. Februar 2021 | Thomas Lobitz

Andacht 07.02.2021

Bildnachweis: luh / photocase.de

Und er [der Herr] hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine
Kraft vollendet sich in der Schwachheit.

Es gibt menschliche Eigenschaften, die sich anscheinend über Jahrtausende hinweg nicht ändern. Beispielsweise erkennen wir immer leicht, was wir nicht haben, aber haben wollen. Im Alten Testament steht, wie das Volk Israel auf seiner Wüstenwanderung nach der Befreiung aus Ägypten mit Manna versorgt wurde. Aber es wollte lieber Fleisch essen (4 Mo 11,4–5). Der hochgeschätzte König David war bereits mit diversen Frauen samt Nebenfrauen vermählt, begehrte aber noch Batseba, die Frau seines Untergebenen Uria (2 Sam 11). Auch heute mögen manche fragen: Warum hat mein Nachbar ein größeres Haus oder schickeres Auto? Warum bin ich selbst nicht gewitzter und schöner? Doch die Auswirkungen von Neid betreffen nicht nur das Privatleben, sie haben auch eine gesellschaftliche Dimension. Dem französischen Historiker und Politiker Alexis de Tocqueville (1805–1859) fiel bei einem Besuch in den USA auf, dass es den Menschen dort zwar viel besser ging als in Europa – sowohl materiell gesehen als auch im Hinblick auf ihre Entfaltungsmöglichkeiten –, dass sie aber trotzdem immer unzufriedener wurden, weil ihnen stets Dinge einfielen, die sie nicht hatten. Er sah darin eine Gefahr für die Freiheit, weil Bürger dadurch leichter bereit seien, ihre grundlegenden Rechte zugunsten von Wohlstandsgewinnen aufzugeben. Seine Beobachtungen sind zeitlos aktuell. Nicht umsonst wird bereits im zehnten Gebot davor gewarnt, falsche Begehrlichkeiten zu entwickeln. Im Unterschied dazu nannte Paulus im heutigen Bibeltext, was wir wirklich brauchen: Gottes Gnade. Sie rettet nicht nur, sie ist auch eine Kraft, die Mängel ausgleicht und unser Denken verändert. Paulus traf diese Aussage im Zusammenhang mit seiner Erkrankung („Pfahl im Fleisch“), die ihn daran hinderte, gewinnender aufzutreten. Denn er wirkte „schwach und seine Rede kläglich“, wie er zuvor einräumte (2 Kor 10,10). Durch seine Schwachheit sah er sich jedoch vor Überheblichkeit geschützt – er rühmte sich ihrer sogar, weil er dadurch dem Wirken Gottes mehr Raum geben konnte. Gott hatte seine Schwäche in Stärke verwandelt, und Paulus sah keinen Grund mehr, auf andere neidisch zu sein. Gottes Gnade kann auch unser Denken und Wollen verändern, wenn wir sie für uns in Anspruch nehmen.

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