Andachten

Andacht

Andacht 19.02.2021

19. Februar 2021 | Elí Diez-Prida

Andacht 19.02.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren
eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben. Nehmt euch
Jesus Christus zum Vorbild: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht
selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem
Sklaven gleich … Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod,
ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.

„Ein Modezar verlässt die Welt“, so lautete eine der Schlagzeilen, als vor einem Jahr der Modeschöpfer Karl Lagerfeld starb. Da ich mich auf diesem Gebiet nicht auskenne, wusste ich nicht viel über diesen talentierten und erfolgreichen Menschen, der darin groß war, sich selbst zu inszenieren und auch zu provozieren. Beim Lesen einiger Spruchsammlungen, die es von ihm gibt, gefiel mir dieses Zitat gut: „Persönlichkeit fängt dort an, wo der Vergleich aufhört.“ Es gefällt mir deswegen gut, weil ich es für gefährlich halte, sich mit anderen zu vergleichen: Die Gefahr dabei ist groß, dass man überheblich oder depressiv wird, je nachdem, mit wem man sich vergleicht. Andere Sprüche von ihm machten mich aber sehr nachdenklich: „Ich interessiere mich nur für mich selbst und mein Spiegelbild.“ „Ich bestehe nur aus Egoismus. Ich bin keine Opfernatur.“ „Ich leide an einer Überdosis meiner selbst.“ Welch ein Kontrast zur Person, die ich am meisten bewundere und die mein lebenslanges Vorbild ist: Jesus Christus. Er „klebte“ nicht an seinem Thron im Himmel, wie Paulus den Christen in Philippi schrieb. Dienen war seine Lebensmaxime. Mit seinen Worten verletzte er nicht, sondern richtete auf. Für die Schwächsten in der Gesellschaft empfand er tiefstes Mitleid, ehrte sie und gab ihnen Lebensmut und Lebenssinn. Jesus Christus ist der Einzige, auf den wir als Vorbild blicken können, ohne depressiv werden zu müssen. Denn wir brauchen ihn nicht zu kopieren – und könnten es gar nicht. Seine Erniedrigung erhöht uns Sünder zu wertvollen Kindern Gottes. Seine Vollkommenheit bedeckt unsere Schwäche. Seine Liebe verändert unser Wesen und motiviert uns, so zu leben und zu lieben wie er, weil er in uns leben und durch uns lieben kann und will.

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