Andachten

Andacht

Andacht 03.03.2021

03. März 2021 | Manfred Böttcher

Andacht 03.03.2021

Bildnachweis: luh / photocase.de

Und er [Gott] gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist.

Im Alter von 19 Monaten verlor Helen Keller (1880–1968), die spätere amerikanische Schriftstellerin, durch eine Hirnhautentzündung Gehör und Augenlicht. Die ersten Verständigungen mit ihrer Umwelt lernte sie über ein Fingeralphabet. Ab Herbst 1900 besuchte sie ein College und machte 1904 ihren Bachelorabschluss mit der Bestnote. Später erhielt sie sogar mehrere Ehrendoktorwürden. Rückblickend auf ihr Leben bekannte sie: „Es gibt Schlimmeres als das Augenlicht zu verlieren.“ Das obige Bibelwort stammt aus der Fürbitte des Paulus für die Gemeinde. Was meint Paulus mit dieser bildhaften Aussage „Augen des Herzens“? Andere Übersetzungen sprechen vom „inneren Auge“. Mehrfach wird im Neuen Testament erwähnt, wie wichtig es ist, Gott immer besser kennenzulernen und zu erkennen. Weil diese Aussage stets im Präsens steht, kann keiner meinen, er habe das nicht mehr nötig. Durch Christus ist uns eine einzigartige Hoffnung gegeben. Bezeichnend ist, dass das Wort Hoffnung im Neuen Testament stets in der Einzahl gebraucht wird. Diese Hoffnung bezieht sich zunächst auf das gegenwärtige Leben, aber ebenso auf das Leben in einer erneuerten Welt. Schon jetzt sind wir durch Christus gerechtfertigt. Wir stehen in erster Linie nicht mehr als Sünder vor Gott, sondern als Kinder Gottes. Wir erhalten die Gewissheit der Vergebung unserer Schuld, aber auch die Zusage der Kraft für ein Leben nach Gottes Willen. Auch Jesu Nachfolger stehen mitunter in der Gefahr, Zweitrangiges zum Wichtigsten zu machen. Lass uns darum Gott im Gebet bitten: Schenke meinem inneren Auge die Sehkraft, immer wieder neu zu erkennen, zu welcher Hoffnung ich berufen worden bin. Christi Opfer hat dich und mich vom Gericht freigesprochen und gerettet. Darum werden wir mit allen Gläubigen auferstehen und ewiges Leben, ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott erhalten. Durch erleuchtete Augen des Herzens lerne ich Gott als den kennen, der mit seiner Macht alle, die ihm vertrauen, überreich beschenkt. Gott wird dich teilhaben lassen an seiner Herrlichkeit. Das gibt schon heute Mut und Zuversicht.

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