Andachten

Andacht

Andacht 08.03.2021

08. März 2021 | Ralf Schönfeld

Ein kleines rosa Herz liegt auf einem Holzschneidebrett.

Bildnachweis: madochab / photocase.de

Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

Ein Wort von Jesus an die ehemalige Prostituierte Maria. Schön für all die Abgestürzten – freut mich für sie! Ehrlich. Außerdem: Man möchte ja auch irgendwie weitherzig sein, oder? Nun könnte jemand einwenden: „Aber was hat das mit mir zu tun, wenn ich kein notorischer Fremdgeher und keine Permanenttratscherin bin und niemanden schwarz bezahle? Soll ich erst damit anfangen, mich so richtig reinzureiten, damit mir dann viel vergeben werden kann?“ Ich fürchte, da verkennen wir unsere wahre Lage. Du und ich haben bereits ausreichend eigene Schuld angehäuft. Etwas herablassend auf Maria zu schauen, wäre deshalb nicht nur kurzsichtig, sondern viel tragischer: Fehlselbsteinschätzung versperrt den Weg, Jesus ins Herz zu schließen. Solange dies so bleibt, werden wir Gott durchaus hin und wieder dankbar sein, schon aus lauter Anständigkeit. Aber die Liebe zu ihm wird uns nicht mit Haut und Haar, mit Herz und Hand erfassen. Es wird das Leben nicht vom Kopf auf die Füße stellen. Wie auch, alles bleibt ein lauwarmes Lüftchen. Irgendwie christlich. Nett. Vernünftig und anständig. Maria aber hatte Jesus gerade ganz und gar unvernünftig unter Einsatz eines Jahresverdienstes die Füße (!) gesalbt! Ist die verrückt? Ja, ist sie. Völlig und mit jeder Faser. Und anständig blieb sie auch nicht – anstößig vielmehr: sich in einer Männerrunde mit aufgelösten Haaren (das war ein deutliches Zeichen!) jemandem restlos hinzugeben. Einem, der ihr Leben aus dem Sumpf gezogen hatte: ihrem Jesus! Und jetzt? Was tue ich, der ich so anders bin: so normal, gesittet und eingepasst in überkommenem Glauben und wohltemperierter Gemeindekultur? Muss man so werden wie Maria? Ich weiß nicht, ob man es muss, aber das ist mir auch egal, denn Liebe fragt nicht nach Müssen und Sollen. Liebe liebt; liebt diesen wunderbaren Jesus, den freundlichen Vergeber mit den für mich zernagelten Händen. Ich finde, der ist jede Verschwendung wert! Maria, das hast du goldrichtig gemacht! „Dir ist alles vergeben!“ – Dafür liebe ich ihn. So will ich auch sein! Vielleicht sogar so ein klein wenig wie Maria, die Ehemalige. Wie wäre das also, sich an ihn zu verschwenden ...?

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