Andachten

Andacht

Andacht 09.04.2021

09. April 2021 | Dennis Meier

Andacht 09.04.2021

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein
Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Als dieser Text im ersten Jahrhundert entstand, gab es das Kreuz als mutmachendes oder schmückendes Symbol noch nicht. Die von den Römern aufgestellten Kreuze gehörten zum Alltag. Wenn man von Rom aus in Richtung Tibur ging, kam man an einem grauenvollen Ort vorbei. Für eine Servicegebühr bestraften Dienstleister hier Sklaven. Eine Auspeitschung, wahlweise auch mit Kreuzigung, war für vier Sesterze zu haben (umgerechnet wären das Peanuts). In Palästina sah man denn auch regelmäßig, wie die Verurteilten ihr Kreuz tragen mussten. Hinrichtungen hatten niemals nur das Ziel, jemandes Leben zu beenden, sondern dadurch, dass sie meist öffentlich, manchmal gar als Schauspiel, durchgeführt wurden, sollte das Opfer komplett sozial vernichtet werden: sein Ansehen und Andenken (und das der Familie). Es ging um Scham und Schande. Die Opfer wurden sowohl im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinn nackt ausgezogen und vorgeführt. So war der zufällig aus der Menge gegriffene Simon von Kyrene sicherlich nicht begeistert von dem Job, Jesu Kreuz zu tragen, auch wenn es zumindest nicht sein eigenes war. Die Blicke und die Scham wird er wie ein Verurteilter gespürt haben, während er Jesus „nachfolgte“. Jesus meint hier nicht, dass wir das machen, was nur er imstande war, für uns zu tun. Es geht in dem Bibeltext nicht um das Gekreuzigtwerden, sondern um den Kreuzesweg. Jesus will, dass wir uns mit der Nachfolge darauf einstellen, auch als Nackte dazustehen. Manchmal vor anderen, wenn unsere Ansichten töricht oder unzeitgemäß zu sein scheinen. Wenn wir uns lieber schämen, als zu sprechen, manchmal vor uns selber, wenn wir ehrlich in den Spiegel schauen und erkennen, dass „der König/Königin“, den/die wir da gerne sehen, „keine Kleider hat“. Dieser radikale Preis der Nachfolge kann uns Angst machen, weil er sich anfühlt wie die Träume, in denen wir feststellen, dass wir nackt sind. Er steht aber immer unter zwei biblischen Vorzeichen: erstens der paradoxen Einleitung zur Bergpredigt – „Glücklich sind die, die ...“ – und zweitens der Zusage, dass Jesus uns mit seinen Kleidern angezogen hat (z. B. Offb 3,5).

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