Andachten

Andacht

Andacht 11.04.2021

11. April 2021 | Wilfried Krause

Andacht 11.04.2021

Bildnachweis: boing / photocase.de

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Maryline und Adler sind Mitte zwanzig und seit fünf Jahren verheiratet. Vor einem Jahr verließen sie ihr krisengeschütteltes Venezuela, um in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen. Es kam jedoch alles anders als erhofft. Vor wenigen Tagen las ich den acht Seiten langen Widerrufbescheid. Darin wurden sie aufgefordert, unser Land umgehend zu verlassen. Mich überraschte, wie objektiv die wirtschaftliche Misere mit den gravierenden Folgen in dem südamerikanischen Land geschildert wurde. Die Richterin bestätigte, dass viele Menschen hungern müssten und die medizinische Versorgung zusammengebrochen sei. Wasser und Strom gäbe es in der Regel nur an einem Tag pro Woche für wenige Stunden. Das alles wären aber keine ausreichenden Gründe, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Wiederholt wies sie darauf hin, die beiden wären jung und gesund, um selbst für das tägliche Brot zu sorgen. Nicht nur in der Bergpredigt werden wir erinnert, Barmherzigkeit zu üben. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament gibt es zahlreiche Stellen, die uns dazu auffordern, dem Nächsten barmherzig zu begegnen. Jesus selbst hat diesen Geist auf Schritt und Tritt gelebt. Wenn es nach mir ginge, würde ich dem Ehepaar Barmherzigkeit erweisen. Doch im Gesetz ist genau festgelegt, wer bleiben darf und wer nicht. Das Ehepaar fällt nicht darunter, obwohl die beiden in ihrer Heimat vor großen Problemen stehen werden. Zu gern würde ich diesen Fall mit Jesus besprechen. „Herr, wie kann ich hier die fünfte Seligpreisung umsetzen?“ Vielleicht würde er mir antworten: „Maryline und ihrem Mann zu helfen, übersteigt deine Möglichkeiten. Ermutige beide, mir auch weiterhin zu vertrauen. Ansonsten nutze die vielen anderen sich bietenden Gelegenheiten, Barmherzigkeit zu erweisen. Lass dich nicht vom Geist ‚ich zuerst‘ vereinnahmen.“ Das heißt für mich, mit wachen Augen durch den Tag zu gehen, um Bedürftige zu entdecken, die mir Gott in den Weg stellt. Es gibt auch viele Arme in unserem Land, die ihre soziale Bedürftigkeit aus Scham verbergen. Wer barmherzig leben will, dem werden sich Möglichkeiten bieten, sie zu praktizieren. Wir brauchen nur offene Augen und Hände, die zupacken können.

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