Andachten

Andacht

Andacht 13.04.2021

13. April 2021 | Beate Strobel

Andacht 13.04.2021

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Als er [Jesus] so in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in helle Aufregung. „Wer ist
dieser Mann?“, fragten die Leute. „Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa“,
riefen die Menschen, die ihn begleiteten.

Es gibt Geschichten in der Bibel, die sind „ganz großes Kino“. Man liest sie und hat sofort Bilder im Kopf; zum Beispiel bei der Geschichte von Jesus, als er auf einem Esel in Jerusalem einzieht und die jubelnde Menge am Wegrand steht, die ihre Kleidung und Zweige auf den Weg wirft – die Stimmung ist wie bei einer Bergankunft der Tour de France. Da würde ich am liebsten einen Oscar an den besten Nebendarsteller dieser Szene verleihen: an den Esel. Dieser hat hier im wörtlichen Sinne eine „tragende“ Rolle. Esel kommen in etlichen Geschichten der Bibel vor, man denke nur an die Weihnachtsgeschichte und Ochs und Esel an der Krippe. Und nun – viele Jahre später – zieht Jesus nicht zu Fuß, sondern auf einem Esel in Jerusalem ein. Er wechselt kurz vor der Stadt das Fortbewegungsmittel und kommt – wie im Alten Testament vorhergesagt – auf einem Esel in die Stadt. Das ist sein Erkennungszeichen und sein Programm, nicht Krone und Schwert, nicht hoch zu Ross, sondern ein Esel. Der Esel steht für die Botschaft: Jesus ist einer aus dem Volk und er ist für das Volk. Die Menschen bejubeln ihn als Nachkommen des bedeutendsten Königs Israels. Doch nur wenige Tage später ruft die Menge: „Kreuzige ihn.“ Aus der Begeisterung ist blanker Hass geworden. Oder um es mit der Sprache der sozialen Medien zu sagen: Vor Kurzem noch unglaublich viele „Likes“, dann ein vernichtender, tödlicher „-Shitstorm“. Daumen hoch und Daumen runter liegen ganz dicht beieinander. Jesus setzt sich ohne Widerstand der Macht der Herrschenden aus, bis zum Tod. Das Bild des leidenden Jesus ist nicht schön. Zu Beginn steht der triumphale Einzug des Eselreiters Jesus in Jerusalem, dann folgen dunkle Tage, der Karfreitag, an dem Leid und Tod das letzte Wort zu haben scheinen. Dann der Ostermorgen, der verheißt: Gott hat Jesus auferweckt. Die Liebe und das Leben siegen. Das ist tröstlich, dass am Ende des Lebens nicht das Leiden, sondern das Leben triumphiert: Dank des lange erwarteten Königs, der auf einem Esel kommt, behält auch für uns der Tod nicht das letzte Wort.

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