Andachten

Andacht

Andacht 17.04.2021

17. April 2021 | Nicole Spöhr

Andacht 17.04.2021

Bildnachweis: Rike. / photocase.de

Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe,
ermahne mit aller Geduld und Lehre.

Es ist später Sonntagnachmittag. Mein Mann und ich kommen von einem gemütlichen Ausflug zurück nach Hause und ich krame SingStar heraus, das habe ich schon ewig nicht mehr gespielt. Doch – ganz wie im Film – kaum, dass ich das erste Lied ausgewählt habe, klingelt es an der Tür. Wer ist denn das jetzt um diese Zeit? Christoph nimmt den Hörer an der Tür ab und geht nach unten zur Haustür. Wahrscheinlich funktioniert die Gegensprechanlage mal wieder nicht, denke ich, und singe los. Nach ein paar Minuten gehe ich zur angelehnten Wohnungstür und höre ihn im Hausflur mit jemandem sprechen. Eigentlich möchte ich meine Ruhe haben, und um nicht auch involviert zu werden, schleiche ich ins Treppenhaus und schaue nach unten. Da steht mein Mann mit einer recht verbraucht aussehenden, etwa 50-jährigen Frau an der Treppe. Offenbar ist sie nicht ganz bei sich, vermutlich betrunken; jedenfalls weiß sie nicht, wie sie heißt oder wo sie herkommt. Christoph ruft die Polizei an und sagt: „Setzen wir uns doch kurz auf die Treppe.“ Dann reden die beiden über dies und das. Sie erzählt, dass sie einen Löwen als Haustier hat. „Oh, ein ziemlich großes Tier für eine Wohnung“, entgegnet er amüsiert. Als die Polizei kommt, stellt sich heraus, dass sie zu den Bewohnern der „Herberge“ gehört, einem sozialen Wohnheim für Suchtkranke und Wohnungslose, das unserem Haus gegenüber liegt. Ich bin beeindruckt und auch ein wenig beschämt, wie ich da oben auf Socken an unserer Wohnungstür stehe, um möglichst unbeteiligt zu bleiben. Die Zeit oder Unzeit von der im Bibeltext die Rede ist, wird in anderen Übersetzungen auf „die anderen“ bezogen. Erzähl den anderen von Gott, auch wenn sie es grad nicht hören wollen. Doch hier war ich es, die sich den entspannten Sonntagnachmittag nicht von den Problemen anderer Leute verhageln lassen wollte. Ganz schön hartherzig. Christoph hingegen hat dieses Prinzip, über das Paulus spricht, ohne es zu kennen beherzigt. Er hat nicht auf seinen Plänen beharrt, die Frau ignoriert, allein gelassen oder rausgeschmissen, sondern sich Zeit für sie genommen, mit ihr gesprochen und zugehört. Ganz selbstverständlich, ohne Agenda oder Mission, einfach von Mensch zu Mensch.

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