Andachten

Andacht

Andacht 23.05.2021

23. Mai 2021 | Wiebke Ritz

Andacht 23.05.2021

Bildnachweis: Rike. / photocase.de

Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Durch
einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.

Die zentrale Frage meines Gemeindelebens war lange Zeit: „Wo bleibe ich bei alldem?“ Jahrelang wartete ich darauf, dass mich jemand bei den Dingen nach Engagement fragt, bei denen ich gefragt werden wollte. Ich empfand es als „sich in den Mittelpunkt stellen“, von allein die Initiative zu ergreifen. Jetzt weiß ich: Ich hätte noch mein ganzes Leben lang warten können. Glücklicher wäre ich sicher nicht geworden. Wie in einer Partnerschaft kann das Gegenüber nicht riechen, wonach sich der andere gerade sehnt und was er will. Dennoch denke ich, dass Tomas Sjödin recht hat, wenn er sagt, dass in Gemeinden zu oft aus Pflichtbewusstsein gehandelt werde als aus einem inneren Bedürfnis. Er beschreibt in seinem Buch Wo du richtig bist, dass wir uns vielmehr für die Sehnsüchte der anderen interessieren müssten, um Gemeinde so zu gestalten, dass jeder Erfüllung in ihr findet. Ich wartete bis vor Kurzem darauf, dass der Tag kommt, an dem mir die Antworten auf meine Fragen direkt ins Ohr gelegt und meine Sehnsüchte wie der Hunger der Israeliten durch das Manna vom Himmel gestillt werden. Manchmal ertappe ich mich immer noch dabei, mir die anfängliche Frage zu stellen und mich ausgeschlossen zu fühlen. Doch es ist nichts als Selbstbetrug, sich mit diesem Gefühl des Unerfülltseins „zufriedenzugeben“ und die Verantwortung auf die anderen abzuwälzen. Gott hat jedem von uns eine Stimme gegeben und die Kraft zu handeln. Er will keine Marionetten. Wir werden für ihn erst zum Nutzen, wenn wir uns aus unserer Passivität begeben, unsere Gaben nutzen und sie ihm willentlich zur Verfügung stellen. Sobald wir uns von unserem Beobachtungsposten erheben und selbst zu Akteuren werden (es gibt auch stille Akteure oder welche, die kaum auffallen und dennoch voller Wirkungskraft sind), werden wir entdecken, was es heißt, „Licht Gottes“ zu sein. Durch seine Gnade sind wir fähig, das zu bewirken, was uns fehlt. Die Antworten auf meine Sehnsüchte und Sinnfragen können nur durch das Nutzen meiner selbst und in Gott gefunden werden. Wo ich bei alldem bleibe? Genau dort, wohin ich mich sehne und hinbewege. Von dem Zeitpunkt, an dem ich beschließe, das Licht zu sein, das ich mir von anderen wünsche.

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