Andachten

Andacht

Andacht 23.06.2021

23. Juni 2021 | Thomas Lobitz

Andacht 23.06.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.

Im Sommer 2018 hielt das Schicksal einer thailändischen Jugendfußballmannschaft die halbe Welt in Atem. Am 23. Juni wurden die zwölf 11- bis 16-jährigen Jungen und ihr Trainer bei einem Ausflug in eine Tropfsteinhöhle von Wassermassen überrascht. Erst am 10. Juli konnten sie durch eine aufwendige Rettungsaktion befreit werden. Die Medien berichteten täglich darüber. Millionen Menschen fieberten mit, es wurde auch viel Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig ertranken während dieser Wochen Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer, deren Schicksal in der Öffentlichkeit mit einem gewissen Gleichmut zur Kenntnis genommen wurde. Warum fielen die Reaktionen auf diese Ereignisse so unterschiedlich aus? Vielleicht deshalb, weil Empathie leichter fällt, wenn sie unverbindlich bleibt und die Menschen, um die es geht, kein „Gesicht“ haben. Das gerettete Jugendfußballteam wurde ausführlich porträtiert, ich als Europäer musste nichts zu dessen Rettung beitragen und durfte mich folgenlos darüber freuen. Wenn Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gezogen werden, besteht die „Gefahr“, dass ich irgendwann selbst gefordert bin: als Helfer oder als Nachbar. Denn ihre Geschichte ist mit der Rettung nicht abgeschlossen, sie fängt danach erst richtig an und kann mein Leben betreffen. Jesus zitiert den heutigen Bibeltext als Antwort auf die Frage eines Schriftgelehrten, der wissen wollte, was das höchste Gebot sei. Nach der Liebe zu Gott „von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (5 Mo 6,4–5) ist es die Liebe zum Nächsten. Die Wortwahl schließt Nähe ein. Es geht Jesus nicht in erster Linie um Solidarität mit weit Entfernten (obwohl sie auch ihre Berechtigung hat), sondern um aktive Empathie, die mit Menschen in meiner Nähe verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise praktische Hilfe und ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft. Das ist viel schwerer, als Geld zu spenden oder eine theoretische, aber folgenlose Anteilnahme zu zeigen, und liegt nicht unbedingt in der menschlichen Natur. Vielleicht ist Nächstenliebe deshalb so nachdrücklich als Gebot formuliert. Auch heute bieten sich bestimmt Gelegenheiten, sie zu praktizieren, wenn wir mit offenen Augen durch den Tag gehen.

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