Andachten

Andacht

Andacht 02.07.2021

02. Juli 2021 | André Zander

Andacht 02.07.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Diese Szene erscheint mir als Europäer durchaus vertraut. Ich denke bei diesen Worten an die Auen der Elbe in meiner Heimat oder an die Almwiesen in den Alpen. Oder noch besser: an Irland, wo die Wiesen noch grüner und die Wasser noch klarer sind. Eine Dienstreise nach Israel gab mir für dieses Psalmwort einen ganz anderen, überraschenden Blick. Dort habe ich eine Testfahrt mit einer fabrikneuen Lok begleitet. Startbahnhof war Dimona im heißen und trockenen Süden des Landes, gelegen auf halber Strecke zwischen Be’er Scheva und dem Toten Meer. Mit unserem Zug fuhren wir tief in die Negev-Wüste hinein. Diese gewaltige Landschaft, so karg und öde sie sein mag, hat mich tief beeindruckt: Kahle, hohe Berge, Felsen und Geröll, ab und zu ein paar kleine, dürre Sträucher. Ausgerechnet vor dieser monumentalen Kulisse fielen mir die obigen Worte des Psalms 23 ein. Aber hier, mitten in dieser Wüste, gab es absolut keine Spur von grünen Wiesen oder frischem Wasser! Gut, David hat diese Worte etwa 80 km weiter nördlich und vor knapp 3000 Jahren gedichtet. Vielleicht war die Landschaft dort und damals etwas grüner. Aber dennoch: Der Wüstencharakter Israels ist überall im Land deutlich sichtbar, selbst im Norden, zum Beispiel in Haifa. Hier in Israel erschien mir dieser Psalm in einem ganz anderen Licht. Eine solche Aussage vor dem Hintergrund einer wüstenartigen Umgebung zu treffen – das hat eine ganz andere Qualität! Grüne Auen und frisches Wasser sind hier nicht alltäglich. Es braucht viel Geschick und Wissen, und vielleicht auch Glück, um Wasser zu finden. Von daher ist die Aussage, dass „der gute Hirte“ mich, auch in der (seelischen) Wüste, zu frischem Gras und klarem Wasser führt, nichts weniger als ein starkes Bekenntnis von großem Glauben und tiefem Vertrauen! Dann ging unsere Test-Lok tatsächlich kaputt und wir strandeten mit unserem Probefahrt-Zug inmitten der Wüste. Ich kann nicht sagen, was mir mehr Ruhe und Gelassenheit gab: Die Nachricht, dass die Abschlepp-Lok schon unterwegs war oder vielleicht doch eher der kraftvolle Zuspruch dieses wunder-baren Psalms. In diesem Moment war er für mich eine Verheißung!

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