Andachten

Andacht

Andacht 04.08.2021

04. August 2021 | Sylvain Romain

Andacht 04.08.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Ein Christ ist per Definition ein Nachfolger Christi. Doch was heißt das eigentlich? Besteht gute Jüngerschaft aus viel Bibellesen, möglichst langen Gebetszeiten und ständigem Zeugnisablegen; vielleicht noch großzügigerem Geben? Beim Lesen der Evangelien fällt auf, dass gerade die Pharisäer dies alles sorgfältig und ausgiebig getan haben. Und doch gelten sie keineswegs als vorbildliche Jünger, im Gegenteil: Sie werden gerade wegen ihrer peinlich geregelten Religiosität von Jesus schwer getadelt. Menschen, die die Schrift auswendig kennen, lange Gebete verrichten und Minze, Dill und Kümmel verzehnten, scheinen bedauert zu werden. Für sich genommen ist dies alles nicht schlecht. Sagt nicht Jesus: „Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen“ (Mt 23,23)? Die Antwort liegt in meinen Lebensprioritäten. Jesus sagt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Mt 16,24). Moderne Übersetzungen klingen weniger radikal (z. B. Hoffnung für Alle: „sich selbst nicht mehr in den Mittelpunkt stellen“). Wie auch immer: Bei Jüngerschaft geht es zuerst um Gottes Reich; und wer etwas anderes oder jemanden „mehr liebt“ als Jesus, „ist seiner nicht wert“ (Mt 10,37). Jesus erwartet gar nichts von uns und schenkt uns alles. Für uns hat er auf alles verzichtet: Besitz, Stellung, sogar sein eigenes Leben. Wer erlebt, dass Gott vollkommen versorgt und einem vielfach wiedergibt, was man scheinbar seinetwegen verliert (Lk 18,30), hat das wahre Glück entdeckt. Doch setzt dies völlige Hingabe voraus. Dabei ist es wesentlich leichter, als wir manchmal denken. Ein Bild dazu: Ein Bergsteiger verlor den Kontakt zur Felswand. Zum Glück konnte er sich an seinem Seil festhalten, seine Füße jedoch hingen in der Luft. Seine Panik angesichts der Leere war so groß, dass er sich nicht traute, nach unten zu schauen – dabei war seine Fußsohle nur wenige Zentimeter von einem Felssockel entfernt … Trau dich, das loszulassen, was dich von der Nachfolge Jesu abhält. Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall. 

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