Andachten

Andacht

Andacht 07.08.2021

07. August 2021 | Jürgen Schammer

Andacht 07.08.2021

Bildnachweis: mathias the dread / photocase.de

Nun zu euch, die ihr sagt: „Heute oder morgen wollen wir in diese oder jene Stadt reisen. Wir wollen ein Jahr dort bleiben, Geschäfte machen und Gewinne erzielen.“ Ihr wisst doch gar nicht, was der morgige Tag bringen wird. Was ist denn euer Leben? Ein Dampfwölkchen, das für kurze Zeit sichtbar ist und gleich wieder vergeht. Sagt stattdessen lieber: „Wenn der Herr es will, werden wir am Leben bleiben und dies oder jenes tun.“

Die Zeit, in der Dampflokomotiven als „stählerne Rösser“ den Eisenbahnverkehr beherrschten, ist längst Geschichte. Doch ist mir noch gut in Erinnerung, wie ich in den fünfziger Jahren als kleiner Steppke bei jedem Aufenthalt im Leipziger Hauptbahnhof staunend vor den schnaufenden Kolossen auf Schienen stand. Weil bis heute bei diesem größten Kopfbahnhof Europas keine Züge durchrasen können, sondern anhalten müssen, war für mich das Ausfahren der Dampfloks besonders beeindruckend. Welch eine Kraftentfaltung, begleitet vom geräuschvollen Ausstoßen mächtiger Dampfwolken! Und doch waren all diese großen Gebilde vor allem eins: kurzlebig. Als Jakobus seinen Brief an damalige Christen schrieb, waren Dampfmaschinen noch nicht erfunden. Aber kochendes Wasser in einem Topf genügt schließlich auch, um flüchtigen Dampf zu erzeugen. Allerdings frage ich mich, ob es legitim ist, ein ganzes Menschenleben so darzustellen, als wäre es wie ein Hauch, der nur Sekunden währt. Geht solch eine pessimistische Sicht nicht an der Realität vorbei? Warum werden ausgerechnet jene Zeitgenossen kritisiert, die als Unternehmer expandieren wollen, um die Wirtschaft anzukurbeln? Sind Risiken nicht normal? Muss nicht für eine bessere Zukunft geplant, kalkuliert, vorausgedacht und geforscht werden, da Stillstand Rückgang bedeutet? Wie würde unser heutiges Leben sonst aussehen? Nach meiner Überzeugung enthält Vers 15 die entscheidende Antwort. Jakobus hat gewiss nichts dagegen, dass auch Christen „zu neuen Ufern aufbrechen“, kreativ werden und vorausschauend planen. Ihm liegt aber sehr viel daran, zu betonen, alles selbstherrliche „[wir] wollen“ (Jak 4,13 BB) durch ein demütiges „wenn der Herr es will“ (V. 15 BB) zu ersetzen. Wichtig bleibt zu allen Zeiten, sich seiner Abhängigkeit vom Herrn des Lebens jeden Tag neu bewusst zu sein.

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