Andachten

Andacht

Andacht 09.08.2021

09. August 2021 | Friedhelm Klingeberg

Andacht 09.08.2021

Bildnachweis: raichinger / photocase.de

Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

„Lieber Herr Klingeberg, Jesus könnte doch alle Menschen umerziehen. Dann würden sie ihm folgen, und er könnte sie retten. Warum tut er das nicht?“ Unwillkürlich denke ich bei dieser Frage an Pol Pot, jenen Massenmörder, der als „Bruder Nr. 1“ von 1975 bis 1979 Kambodscha beherrschte, und dessen Gewaltherrschaft zwei Millionen seiner Landsleute zum Opfer fielen, weil sie als Feinde des Volkes galten und sich nicht im Sinne seines „Steinzeitkommunismus“ umerziehen lassen wollten. Sogenannte „Umerziehungslager“ hat es bekanntlich auch in Deutschland gegeben und nicht nur in Nordkorea existieren sie bis heute. Verstehst du, warum mir heiß und kalt wird bei der Vorstellung, Jesus könnte uns „umerziehen“? Wenn das eine Idealvorstellung ist, was für ein Gottesbild steht dann dahinter? Darüber möchte ich an dieser Stelle lieber nicht weiter nachdenken, und ich muss es auch gar nicht, denn ich darf aufatmen und wissen: So ist er nicht, der Allmächtige, und ein „Bruder Nr. 1“ im Sinne von Pol Pot ist auch Jesus nie gewesen und wird es niemals sein, Gott sei Dank! „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!“ (2 Kor 3,17) Und weil er selbst ein Gott der Freiheit ist, hat er auch seinen Geschöpfen diese Freiheit ins Herz gelegt. Selbst die Engel konnten sich frei für Gott oder Luzifer und seine Rebellion entscheiden, und der Allmächtige hat es akzeptiert, auch wenn ihm das Herz geblutet haben mag. Ihm geht es niemals um Zwang und Diktatur, sondern immer um Liebe und Vertrauen. Er hätte sich auch ein Heer unterwürfiger Klone erschaffen können, die seine Befehle bedingungslos befolgen, aber er hat Persönlichkeiten in diese Welt gesetzt, die vertrauen und lieben, verstehen und sich in Freiheit entscheiden können. Ja, dieser Gott ist uns ganz und gar zugewandt, aber nicht, um uns möglichst erfolgreich „umzuerziehen“, sondern um uns täglich neu zur Freiheit und zum Vertrauen auf ihn einzuladen. Eines ohne das andere wird bei ihm niemals möglich sein.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden