Andachten

Andacht

Andacht 13.08.2021

13. August 2021 | Martin G. Klingbeil

Andacht 13.08.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Und er sprach zu ihm: Lauf, rede zu diesem jungen Mann: Eine offene Stadt wird Jerusalem bleiben wegen der Menge an Menschen und Vieh in seiner Mitte.

Die dritte von Sacharjas acht nächtlichen Visionen beschäftigt sich mit der Vermessung eines zukünftigen Jerusalems, das der Prophet nach dem babylonischen Exil zu sehen bekommt. Eine Stadt in Trümmern, wie sie die Rückkehrer vorfinden, wird in der prophetischen Vision zu einer blühenden Stadt voller Menschen und Tiere. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es eine „offene“ Stadt sein wird. Im Originaltext wird von einer Stadt ohne Mauern gesprochen (vgl. Hes 38,11). Das ist interessant, denn in der Bibel wird auch von dem Wiederaufbau der Mauern Jerusalems berichtet (Neh 2–6) und deren Wichtigkeit für den Status Jerusalems als Stadt. Darüber hinaus gibt es auch außerhalb der Bibel im Alten Orient eigentlich keine Stadt ohne Mauern. Bei Ausgrabungen in Israel sind die Maueranlagen immer ein wesentlicher Bestandteil und ich habe die letzten acht Jahre als Archäologe viel Zeit damit verbracht, Mauern in Khirbet Qeiyafa (dem biblischen Sha’araim) und Lachisch freizulegen, zwei wichtige befestigte Städte aus der Zeit des Alten Testaments. Da gibt es Kasematten (doppelte Festungsmauern mit Vorratsräumen), Befestigungstürme, monumentale Toranlagen und vieles mehr. Die Israeliten wussten, wie man eine Stadt uneinnehmbar machen konnte. Doch Sacharjas Jerusalem braucht das alles nicht mehr, denn anstelle einer Mauer aus Stein bringt der nächste Vers eine überraschende Wendung: „Und ich selbst werde ihm ringsherum eine feurige Mauer sein, spricht der HERR, und ich werde zur Herrlichkeit in seiner Mitte sein.“ (Sach 2,9) Jerusalem braucht keine Mauer mehr, weil Gott selbst ein feuriger Schutz für diese wiedererbaute Stadt sein wird. Und nicht nur um die Stadt herum, sondern auch in der Mitte wird seine Herrlichkeit zu finden sein. Das ist eine ganz neue Perspektive. Wir selbst sind auch Meister im Mauerbau. Wir grenzen uns ab, richten unsere Fassaden auf und gewähren nur denen Zutritt, die auf unserer Linie liegen. Gott ruft uns zu radikaler Offenheit anderen gegenüber auf, ohne Angst, unsere eigene Identität zu verlieren oder vereinnahmt zu werden. Gott allein ist unsere Mitte und unser Schutz. Mehr brauche ich nicht.

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