Andachten

Andacht

Andacht 01.09.2021

01. September 2021 | Beate Strobel

Andacht 01.09.2021

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

Betet für uns! Wir haben ein gutes Gewissen, denn wir wollen in jeder Weise ein Leben führen, das Gott gefällt.

Ich hatte in der Stadt zufällig eine frühere Nachbarin getroffen und mich wenig begeistert zu einem Treffen am nächsten Tag überreden lassen. Am selben Abend noch schrieb ich ihr eine Nachricht: „Sorry, mir ist etwas dazwischengekommen.“ Ganz erleichtert ging ich dann am folgenden Nachmittag – ich hatte ja dann nichts mehr vor – in mein Lieblingscafé und bestellte mir einen Chai Latte. Gerade als der serviert wurde, stand die Nachbarin vor der Scheibe und schaute herein. Peinlich, peinlich! Ganz blöd gelaufen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Eigentlich sollte man ja niemanden anlügen. Dieses „eigentlich“ ist ein Schlüsselwort für unser Gewissen. Interessant ist die Frage: Wer meldet sich da zu Wort in meinem Gewissen? Das Gewissen kann – wie ein Sprichwort sagt – ein sanftes Ruhekissen sein. Dann ist das so wie im Hebräerbrief der Bibel, in dem der Schreiber überzeugt war, ganz korrekt ein Leben nach Gottes Willen zu führen. Das Gewissen kann aber auch stechen und beißen, wenn ich mich „eigentlich“ anders verhalten sollte. Als die Nachbarin durchs Fenster schaute, sah sie Folgendes: „Die trinkt lieber ihren Chai Latte alleine, als sich mit mir zu treffen!“ Das tut weh. Das Gewissen kann also meine Ausreden entlarven und mich zu mehr Ehrlichkeit ermutigen. Wenn jemand als gewissenlos bezeichnet wird, heißt das, dass derjenige als unberechenbar und egoistisch gilt. Totalitäre Regime beispielsweise haben kein Interesse an Menschen mit Gewissen. Adolf Hitler hätte es am liebsten abgeschafft und hielt es für eine jüdische Erfindung. Heute noch ist es in Nordkorea hochgefährlich, sich auf sein Gewissen zu berufen. Wenn Diktatoren das Gewissen der Menschen so sehr fürchten, muss etwas dran sein. Das Gewissen hält uns die Freiheit des Denkens und Fühlens offen und es hilft, in der jüdischen und christlichen Tradition die Beziehung zu Gott zu pflegen. In Gottes Sinn achte ich darauf, seine Schöpfung und die Menschen zu bewahren. Ich bin dankbar für den Mut, darauf einzugehen, wenn das Gewissen sagt: „Eigentlich hättest/solltest du …“ Wie bei mir damals im Café. „Eigentlich hätte ich dir ehrlich sagen sollen, dass ich mich nicht mit dir treffen wollte. Ausreden sind blöd. Tut mir leid. Wenn du magst, lade ich dich jetzt auf einen Chai Latte ein.“

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