Andachten

Andacht

Andacht 03.09.2021

03. September 2021 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 03.09.2021

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und füllst meinen Becher bis zum Rand.

In diesem weltbekannten Lied gibt es einiges zu entdecken. Der Angesprochene ist niemand anderes als Gott selbst. Und es ist bemerkenswert, welche Rolle er einnimmt. Immer wieder vergleicht der 23. Psalm Gott mit einem Hirten. Doch an dieser Stelle wird er in einer weiteren Funktion besungen: Als Gastgeber! Der Verfasser des Psalms empfindet sich als Gast, der von Gott bewirtet wird. Gott dient, gibt und verköstigt. Und der Mensch nimmt Platz, empfängt und darf speisen. Diese Vorstellung von Gott berührt mich zutiefst. Sie sorgt aber auch für Klarheit, indem sie andere, weniger heilsame Gottesbilder verdrängt. Und hier wird mehr bereitgestellt als nur das Nötigste. Immerhin ist das Trinkgefäß voll, es fließt über! Zusätzlich legt der Gastgeber sogar Wert auf Körperpflege und gebraucht kostbares Salböl. Gottes Gast soll duften. Das ist Luxus! Allerdings lässt sich nicht überhören, dass dieser Vers auch düstere Töne anschlägt. Denn die beschriebene Szene spielt in der Gegenwart einer feindlichen Gruppe. Ja, Gefahr existiert. Und sie ist nicht fern. Gott beseitigt dieses Problem nicht; er mutet es dem Dichter zu. Und König Davids Feinde waren ganz real. Jahrelang musste er vor ihnen fliehen. Zunächst vor seinem geradezu wahnsinnigen Schwiegervater und später vor seinem machthungrigen Sohn. Zusammengenommen entsteht also folgender Kontrast: Inmitten von Erfahrungen, die beunruhigen und Kräfte binden, offenbart sich Gott als zugewandt und freigiebig. Trotz schwerer Stunden kann man erleben, dass wir Menschen Gott am Herzen liegen und er uns versorgt. Vielleicht sogar mit mehr als wir erhofft haben. Es stimmt eben beides: Manchmal fühlen wir uns bedroht. Und gleichzeitig sind wir die Gäste des Himmels. Egal, womit wir ringen – schon heute sitzen wir am Tisch Gottes. 

Dem Mangel misstrau’n, Wenn er mich umfasst, Und mir versichert, Ich sei nur Pächter, Er jedoch der Herr.

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