Andachten

Andacht

Andacht 09.09.2021

09. September 2021 | Joachim Hildebrandt

Andacht 09.09.2021

Bildnachweis: luh / photocase.de

Du sollst keine falsche Aussage über einen deiner Mitmenschen machen.

Zum weisen Sokrates kam jemand voll Aufregung gelaufen. „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie dein Freund …“ „Halt ein!“ unterbrach ihn der Weise, „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt? Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, ich hörte es und …“ „So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, dem Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn schon nicht als wahr erwiesen -, so doch wenigstens gut?“ Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil …“ „Hm,“ unterbrach ihn der Weise, „so lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt!“ „Notwendig nun gerade nicht.“ „Also,“ lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“ In gewisser Weise scheint Sokrates mit den drei Sieben das biblische Gebot noch enger zu fassen. Die Gebote der zweiten Tafel sollen unsere Mitmenschen schützen, auch ihr Ansehen und ihre Ehre. In unseren Gesprächen reden wir häufig über unsere Mitmenschen, auch in der Gemeinde. Falsches, aber auch Böses über andere zu verbreiten, zerstört die Gemeinschaft, in die uns Gott berufen hat. Nebenbei bringe ich damit auch noch meine Ehre zur Geltung: Ich tue so etwas nicht! Ich bin viel besser als der, über den ich herziehe. Im Kleinen Katechismus hat Luther zum Gebot über das Nicht-falsch-Zeugnis-Reden erklärt: Wir sollen unseren Nächsten „nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.“ (Quelle: www.ekd.de/Kleiner-Katechismus-11531.htm) Das neunte Gebot schützt auch unsere Gemeinschaft, in die uns Gott berufen hat. Und, nicht zu übersehen: Das Höchste aller Gebote schließt auch das Neunte ein: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Vermutlich wird das neunte Gebot am meisten von allen Geboten übertreten, vielleicht auch, weil diese Sünde so harmlos erscheint. Ich schließe mich nicht aus und erinnere uns deshalb heute daran.

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