Andachten

Andacht

Andacht 29.09.2021

29. September 2021 | Alexander K.

Andacht 29.09.2021

Bildnachweis: designritter / photocase.de

„Warum bist du so zornig?“, fragte der Herr ihn. „Warum blickst du so grimmig zu Boden? Ist es nicht so: Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du frei umherschauen. Wenn du jedoch Böses planst, lauert die Sünde dir auf. Sie will dich zu Fall bringen. Du aber sollst über sie herrschen!“

Als unsere beiden Teenager noch klein waren, hat sie eine Sache mächtig gewurmt: Egal, was sie ausgefressen hatten und wie gut sie es zu vertuschen versuchten, es kam irgendwie immer heraus. Uns Eltern umgab der Mythos, wir würden alles sehen und hören. Unvergessen ist mir eine Szene, als sich unser Sohn unerlaubterweise barfuß aus dem Haus schlich. Als ich durch das halbhohe Küchenfenster schaute, konnte ich schon am Gang erkennen, dass er ohne Schuhe unterwegs war. Als ich ihn zurückrief, fragte er mich erstaunt: „Wie hast du das gesehen, Papa?“ Der heutige Bibeltext beschreibt einen alles sehenden und allwissenden Gott. Viele Menschen erfüllt dieser Gedanke mit Schrecken, manchmal sogar mit Wut und Trotz. Doch ist es wirklich so schlimm, wenn Gott uns so gut kennt, dass er uns bereits auf Fehler hinweisen kann, die gerade erst in unseren Gedanken entstehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass Kain, zu dem Gott in dem Bibeltext spricht, in seinem Leben einige Male an diesen Moment zurückdachte und sich fragte: „Warum habe ich nicht darauf gehört?“ Sein verletzter Stolz und eine gute Portion Wut hatten ihn trotz Warnung seinen Bruder töten lassen. Hat Gott ihm nach dieser Tat die typische „Ich hab’s dir ja gesagt“- Standpauke gehalten? Nicht wirklich, auch wenn es spürbare Folgen für Kain gab. Doch Gott setzt seiner Strafe eine Grenze. Trotz seines Versagens nach eindringlicher Vorwarnung lässt Gott Kain nicht zum Freiwild werden und ihn dem Mutwillen seiner Mitmenschen aussetzen (vgl. V. 15). Ist das bei solch einer Tat, ja bei solch einem (Un-)Menschen nicht erstaunlich? Nein, die Bibel macht an vielen Stellen deutlich, dass wir im Grunde alle so sind wie Kain. Keiner von uns hat eine reine Weste, jeder hat schon wider besseres Wissen gehandelt. Mich tröstet das. Gleichzeitig lässt es mich hoffentlich das nächste Mal, wenn ich Gottes warnende Stimme höre, doch genauer hinhören. Nicht aus Furcht, sondern in dem Wissen, dass er es gut mit mir meint.

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