Andachten

Andacht

Andacht 02.10.2021

02. Oktober 2021 | Rafael Schäffer

Andacht 02.10.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?

Die Klausur ist geschrieben und ich sammle die Zettel meiner Studentinnen und Studenten ein. Als ich noch selbst Schüler und Student war, konnte ich es kaum abwarten, meine Note zu erfahren und war daher nach einer Prüfung meistens sehr neugierig. Als Dozent geht es mir ähnlich. Zurück im Büro beginne ich sofort mit den Korrekturen. Betroffen stelle ich fest, dass ein Student keine ausreichende Punktzahl erreicht hat, um die Klausur zu bestehen. Mir gehen einige Gedanken durch den Kopf: Er war doch häufig in den Vorlesungen, schien am Thema interessiert zu sein. Was ist passiert? Hatte er einen schlechten Tag, hat etwas seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, vielleicht Stress auf der Arbeit, ein Streit mit der Freundin? Oder hat er sich einfach nicht genügend auf die Prüfung vorbereitet? Ich blättere seine Klausur durch und prüfe wohlwollend, ob ich hier und da nicht den einen oder anderen Punkt dazugeben kann, um die Note noch zu ändern. Diese Erfahrung passt gut in mein Gottesbild, denn auch Gott ist für uns! Er hat keine Freude daran, uns unglücklich, leidend oder mit irgendwelchen Problemen abkämpfend zu sehen. Er liebt uns, er ist gnädig und treu. Deswegen möchte er aus tiefstem Herzen nur das Beste für uns. Und weil das so ist, ist Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch auf diese Erde gekommen, um uns Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, um seine Liebe zu uns vor dem ganzen Universum zweifelsfrei darzustellen und um zu zeigen, wie er wirklich ist. Nachdem ich die Klausur durchgeblättert habe, stelle ich leider fest, dass ich keine weiteren Punkte vergeben werde. Traurig schreibe ich „nicht bestanden“ in das Notenfeld. Natürlich hätte ich als Prüfer die Möglichkeit, mit irgendeiner Begründung eine andere Note zu vergeben. Doch dies erachte ich als ungerecht gegenüber den anderen Studierenden. Abgesehen davon, dass es ja die freie Wahl des Studenten war, an dieser Prüfung teilzunehmen. So stelle ich mir auch Gottes Handeln vor. Wenn Gott unser Leben ansieht, dann tut er dies wohlwollend, aber auch gerecht. Dabei respektiert und achtet er unsere freie Willensentscheidung mit allen Konsequenzen, die dies mit sich bringt. Denn er ist immer auf unserer Seite.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden