Andachten

Andacht

Andacht 09.10.2021

09. Oktober 2021 | Jürgen Schammer

Andacht 09.10.2021

Bildnachweis: raichinger / photocase.de

Ein Lied von David, um sich bei Gott in Erinnerung zu bringen.

„Sich bei Gott in Erinnerung bringen“ – klingt das nicht recht seltsam in den Ohren all jener, die davon überzeugt sind, dass der Allwissende und Allgegenwärtige sowieso jeden Menschen sieht, kennt und alles unter Kontrolle hat (siehe Ps 139,1–12)? Oder haben die Übersetzer den Text vielleicht zu frei übertragen? Immerhin sprechen andere Bibelausgaben hier nur vom „Gedächtnis“ bzw. „Gedenken“. Mir ist folgende Randnotiz in der Neuen Genfer Übersetzung zu Vers 1 (Ps 38,1 ist dort fast identisch widergegeben) zur entscheidenden Verständnishilfe geworden: „Bei der Darbringung von Speisopfern wurde eine Handvoll des eingeölten Mehls zusammen mit Weihrauch ins Feuer des Brandopferaltars gelegt. Dieser Teil hieß Askara, was ungefähr bedeutet: Gedenken, Erinnerung/Erinnerungsanteil. Der aufsteigende Duft war eine Bitte an Gott, gnädig an denjenigen zu denken, der das Opfer dargebracht hatte.“ Als David diesen Psalm schrieb, befand er sich in einer äußerst üblen seelischen und körperlichen Verfassung. Salopp ausgedrückt: Ihm stand das Wasser bis zum Hals. Er kam sich vor wie ein Ertrinkender, der Verzweiflung nahe. Die innere Last und äußere Bedrängnis waren übermächtig geworden. David wusste genau, dass Sünde die Hauptursache für sein Unheil war (V. 4–6) – ganz anders als der biblische Hiob, der sich nicht erklären konnte, warum er so sehr leiden musste. Aber David blieb nicht bei der Bestandsaufnahme seiner scheinbar aussichtlosen Situation stehen. Er brachte sich bei Gott in Erinnerung – mit Flehen um Hilfe (V. 2.10.22–23), mit einem Schuldeingeständnis (V. 19) und der zuversichtlichen Vertrauensbekundung: „Ich harre, Herr, auf dich; du Herr, mein Gott, wirst antworten.“ (V. 16) Es wird nicht berichtet, wie lange diese Notsituation anhielt. Aber der biblische Bericht bezeugt, dass sie ein gnädiges Ende fand und David seine Königsherrschaft weiterführen durfte. Seitdem sich Jesus Christus am Kreuz von Golgatha selbst als einzigartiges Opfer dargebracht hat, ist der alttestamentliche Opferdienst hinfällig geworden. Dennoch dürfen auch wir uns und andere weiterhin mit jedem Gebet freimütig „bei Gott in Erinnerung bringen“. Und falls es uns dabei einmal so schlecht geht wie David – aus welchen Gründen auch immer – dann erst recht!

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