Andachten

Andacht

Andacht 16.10.2021

16. Oktober 2021 | Georgia Busch

Andacht 16.10.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Jesus fing an zu weinen.

Ich bin ein Mensch, der viel lacht. Weinen ist mir peinlich und somit unterdrücke ich es meist, um keine Schwäche zu zeigen. Es fällt mir schwer, dieser Emotion freien Lauf zu lassen. Wenn ich gefragt werde, wie es mir geht, antworte ich meist: „Gut!“ Ist es nicht so, dass es sich nicht schickt, Schwäche zu zeigen? Wer schwach ist, ist ein Versager, nur der Starke bekommt Anerkennung. Aber ist das Gottes Plan? Jesus weinte um seinen Freund Lazarus, wie im Eingangstext deutlich wird. Es zeigt uns, dass Jesus Trauer empfand und diese Emotionen auch zeigte. Jesus nahm Anteil; der Tod seines Freundes hatte ihn tief bewegt. Jesus war das Trauern um einen geliebten Menschen nicht fremd. Er kennt unsere Gefühle, da er sie selbst empfunden hat und kann sich in uns hineinversetzen. Als Jesus weinte, erlaubte er uns einen tiefen Einblick in sein Herz. Der Schöpfer des Universums leidet mit uns, seinen Geschöpfen mit, weil er uns über alles liebt. Er ist erschüttert über all das Leid, das viele Menschen auf dieser Erde ertragen müssen. Tod, Krankheit, Hunger, Armut, Elend, Krieg, Terror, Unterdrückung, Ausbeutung, Hass, Lüge, kaputte Beziehungen und vieles mehr. Gott sieht all das und weint mit uns, weil er uns liebt. Damals war es üblich für einen Toten die Totenklage zu halten. Das bedeutete nicht nur den Toten zu beklagen, sondern auch die Trauernden zu trösten. Genau das tat Jesus in Bezug auf Jerusalem. „Und als er nahe hinzukam und die Stadt sah, weinte er über sie.“ (Lk 19,41) Jesus weinte über die Stadt und sah voraus, was mit ihr passieren würde. Jerusalem wurde im Jahre 70 n. Chr. erobert und zerstört. Mit anderen zu weinen, echte Anteilnahme und Emotionen zu zeigen, bedeutet, etwas von unseren Gefühlen preiszugeben und andere dadurch an unserem Leben teilhaben zu lassen. Es ist wichtig, Emotionen zu zeigen, Mitgefühl ebenso wie Freude mit unseren Mitmenschen. Das macht uns als Gottes Geschöpfe zu etwas ganz Besonderem. Und in all dem sollte immer Gottes Liebe im Mittelpunkt stehen. Denn nur Gott kann in uns bewirken, dass wir Gefühle zulassen und weitergeben können.

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